ThemaAfghanistan-KriegRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
21.10.2001
 

Fischer-Besuch

Deutsche Experten sollen Versorgungsbrücke nach Afghanistan bauen

Ein wichtiges Thema bei der Reise von Außenminister Fischer nach Asien ist die humanitäre Hilfe. In Tadschikistan kündigte er an, den Wiederaufbau einer Brücke über den Grenzfluss nach Afghanistan zu finanzieren - die einzige Möglichkeit, von dort aus Hilfsgüter in das von der Nordallianz beherrschte Gebiet zu schaffen.

Außenminister Fischer traf sich in Duschanbe mit Premierminister Akilow
Zur Großansicht
DPA

Außenminister Fischer traf sich in Duschanbe mit Premierminister Akilow

Duschanbe - Konkret geht es um eine Ponton-Brücke vom Gebiet der ehemaligen Sowjetrepublik Tadschikistan über den Grenzfluss Pjandsch in den Norden Afghanistans. Die zerstörte Brücke im Pohar-Gebiet - die einzige Möglichkeit des Zugangs - soll mit Hilfe deutscher Experten wieder aufgebaut werden. Damit würde ein Transportweg für Lebensmittel und Hilfsgüter zumindest in das Gebiet der gegen die radikal-islamischen Taliban kämpfenden Nordallianz geöffnet werden.

Im Gespräch mit dem tadschikischen Präsidenten Emomali Rachmonow in der Hauptstadt Duschanbe sondierte Fischer nach Informationen aus der deutschen Delegation Möglichkeiten für eine Überbrückung des Grenzflusses. Derzeit gibt es über den Pjansch nur noch eine einzige Fähre zum nordafghanischen Ufer.

Als erster EU-Außenminister in der Region nannte Fischer Eckpunkte für einen Friedensprozess in der Krisenregion. Fischer sagte erneut, dass eine Friedenslösung für Afghanistan mit dem Taliban-Regime unmöglich sei. Ähnlich äußerte sich auch der außenpolitische Sprecher der Nordallianz, Abdullah Abdullah, nach einem Treffen mit Fischer in Duschanbe. Gemäßigte Taliban könnten nicht an einer künftigen Koalition beteiligt werden, denn "es gibt keine gemäßigten Taliban", sagte Abdullah.

Fischer sagte Tadschikistan die Entwicklung wirtschaftlicher Beziehungen zu, die es bisher mit dem ärmsten Land Vorderasiens noch nicht gab. In diesem Zusammenhang spielten die Demokratisierung und die Beachtung der Menschenrechte eine wichtige Rolle, sagte Fischer nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Akilo Akilow.

Der von den EU-Außenministern beschlossene Friedensprozess sieht nach den Worten Fischers vor, dass die territoriale Integrität Afghanistans erhalten bleibt. Der Weg zum Frieden müsse ein innerafghanischer Prozess bleiben, bei dem die ethnische Ausgewogenheit erhalten werde. An einer Übergangslösung soll der in Rom lebende Exkönig Mohammed Sahir Schah mitwirken. Auch müsse die Entwicklung im Konsens mit den Nachbarländern verlaufen. Dazu komme der humanitären Hilfe auf absehbare Zeit hohe Bedeutung zu, bei der die Vereinten Nationen eine entscheidende Rolle spielen müssten, erklärte Fischer, der am Sonntag nach Berlin zurückflog.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland
alles zum Thema Afghanistan-Krieg

© SPIEGEL ONLINE 2001
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP