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22.10.2001
 

Afghanistan

Powell will Taliban bis zum Winter besiegen

Die USA wollen den Krieg in Afghanistan nach Worten von Außenminister Colin Powell noch vor Einbruch des Winters beenden. Bei den amerikanischen Angriffen in Afghanistan ist nach britischen Rundfunkberichten der Sohn des Taliban-Führers Mullah Mohammed Omar ums Leben gekommen.

Colin Powell: Bis zum Winter soll der Krieg vorbei sein
AFP

Colin Powell: Bis zum Winter soll der Krieg vorbei sein

Washington - Der Zehnjährige sei in der ersten Angriffsnacht vor zwei Wochen in Kandahar getroffen worden, berichtete der britische Sender BBC am Sonntag unter Berufung auf einen afghanischen Arzt. Die Taliban hingegen sagen, der Junge sei am Leben und es gehe ihm gut.

Erstmals wurden am Sonntag die nördlichen Frontlinien der Taliban unter heftigen Beschuss genommen. Der Winter könne den Einsatz erschweren, sagte Powell in einem Interview des US-Nachrichtensender CNN am Sonntag. Daher müssten die Taliban bis dahin besiegt werden. Jedoch würden die Operationen so lange fortgesetzt, bis das Ziel erreicht sei. Die Entscheidung, ob der Feldzug auch im muslimischen Fastenmonat Ramadan weitergehen werde, werde auf Grund militärischer und nicht diplomatischer Überlegungen gefällt, sagte er weiter. Der Wintereinbruch in dem zentral-asiatischen Land wird in den kommenden Wochen erwartet, der Ramadan beginnt Mitte November.

US-Vize-Präsident Richard Cheney sagte dagegen der "Washington Post", dass der Krieg gegen den Terrorismus möglicherweise "niemals Enden" werde. "Wenigstens nicht zu unseren Lebzeiten", fügte Cheney hinzu. Generalstabschef Richard Myers meinte, Cheney könne Recht haben. Myers sprach von einer langen Kampagne, die bis nächstes Jahr dauern könnte.

Am Samstag war ein größeres Kontingent von US-Spezialkommandos mit bis zu 200 Elitesoldaten erstmals bei Kandahar mit Fallschirmen abgesprungen und in Bodenkämpfe mit Talibanmilizen verwickelt worden. Dabei erlitten die Amerikaner erste Verluste. Zwei Soldaten kamen beim Absturz eines Kampfhubschraubers ums Leben, der die Aktion von Pakistan aus unterstützen sollte. Fünf Soldaten wurden verletzt. Die Taliban behaupten, den Hubschrauber abgeschossen zu haben, was die USA bestreiten.

Generalstabschef Myers kündigte weitere Operationen mit Bodentruppen an. "Sie werden nun für mögliche künftige Einsätze gegen terroristische Ziele in anderen Gegenden neu ausgerüstet und positioniert, die als Unterschlupf von Terroristen bekannt sind", sagte Myers auf einer Pressekonferenz am Samstagabend.

Zwei Wochen nach Beginn der Luftangriffe gegen die Taliban nahmen US-Kampfjets am Sonntag auch die nördlichen Frontlinien der radikal-islamischen Milizen unter schweren Beschuss. Damit soll der Vormarsch der oppositionellen Nordallianz begünstigt werden.

Kampfflugzeuge beschossen am Montag verstärkt Ziele nahe der strategisch wichtigen Stadt Masar-i-Scharif.

Die gegen die Taliban kämpfende Nordallianz berichtete von heftigem US-Bombardement in der Nähe der Front bei Masar-i-Scharif. Dabei seien Panzer und Artilleriestellungen sowie ein Munitionslager zerstört worden, erklärte Bismillah Khan, ein Kommandeur der Nordallianz. "Wir sind zuversichtlich, nun eine erfolgreiche Attacke zu starten, um nach Masar-i-Scharif vorzudringen", sagte Khan. Die nordafghanische Stadt gilt als strategisch wichtig. Im Falle ihrer Eroberung hätte die Nordallianz zugleich die wichtigste Transportroute für Waffen aus den Nachbarländern Tadschikistan und Usbekistan nach Afghanistan unter ihrer Kontrolle.

Bei einem Angriff auf die Hauptstadt der Provinz Urusgan, Tarin Kot, nördlich von Kandahar, seien 18 Menschen getötet und 30 weitere verletzt worden, teilten die Taliban mit.

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