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06.11.2001
 

Militärschläge

USA werfen Großbomben ab

Auch in der Nacht hat die amerikanische Luftwaffe Ziele in Afghanistan unter Beschuss genommen. Gleichzeitig erhielten die Bodentruppen Verstärkung. Das Pentagon sieht die Terrororganisation al-Qaida durch die Angriffe erheblich geschwächt.

Die größte konventionelle Bombe der Welt: "Daisy-Cutter" wurden bereits im Golfkrieg abgeworfen
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AP

Die größte konventionelle Bombe der Welt: "Daisy-Cutter" wurden bereits im Golfkrieg abgeworfen

Washington/Kabul - Das BBC-Fernsehen zeigte Bilder vom Luftabwehrfeuer über der afghanischen Hauptstadt. Die oppositionelle Nordallianz beschoss Taliban-Stellungen nördlich von Kabul mit Raketen.

Bei ihren Angriffen auf Taliban-Frontstellungen in Afghanistan setzt die US-Luftwaffe laut Augenzeugenberichten auch die größte konventionelle Bombe der Welt ein. Die Waffe mit Namen "Daisy Cutter" wiegt 6750 Kilogramm, kostet pro Stück knapp 60.000 Mark und hat die Ausmaße eines Kleinwagens. Im Umkreis von 600 Metern übt die Bombe vom BLU-82 eine absolut tödliche Sprengkraft aus, die Druckwelle ist noch in mehreren Kilometern Entfernung zu spüren.

Die Sprengkörper werden von C-130 Transportflugzeugen aus mindestens 1800 Metern Höhe abgeworfen, damit sie selbst nicht von der Druckwelle erfasst werden. Der Bombentyp "Daisy Cutter" wurde während des Vietnam-Kriegs entwickelt, um im Dschungel schnell Platz für Luftlandeeinheiten zu schaffen. Die Waffe kam auch schon im Golfkrieg 1991 zum Einsatz.

Soldatenzahl verdoppelt

Die Zahl der US-Soldaten auf afghanischem Boden ist in den vergangenen drei Tagen mehr als verdoppelt worden. Die Spezialtruppen operierten inzwischen von vier Stützpunken aus, sagte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld am Montag während des Rückflugs von seiner Asienreise. Nach offiziellen US-Angaben liegt die Gesamtzahl der Soldaten, die in Afghanistan mit der Nordallianz zusammenarbeiten und Ziele für Luftangriffe auskundschaften, unter 100.

ASB Flugzeugträger USS Enterprise
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AFP

ASB Flugzeugträger USS Enterprise

Zur Unterstützung der Bodentruppen der Nordallianz hatten US-Flugzeuge auch am Montag wieder Angriffe auf Ziele in Afghanistan geflogen. Bei Masar-i-Scharif kam der Angriff der Nordallianz-Soldaten aber offenbar ins Stocken.

Pentagon: Al-Qaida geschwächt

Nach Einschätzung des Pentagons kann sich die Terrororganisation al-Qaida wegen der unablässigen amerikanischen Angriffe nicht mehr frei in Afghanistan bewegen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Organisation in Afghanistan noch aktiv sei, sagte Admiral John Stufflebeem. Bei den Angriffen auf die Frontstellungen der Taliban sei eine "erhebliche" Anzahl von Kämpfern getötet worden. Nach Berichten des Nachrichtensenders CNN verlassen Taliban-Mitglieder in kleinen Gruppen ihre Hochburg Kandahar, weil sie weitere Luftangriffe Truppenkonzentrationen fürchten.

Mit dem Abwurf von Flugblättern versuchte das US-Militär den Druck auf Taliban-Führer Mohammed Omar zu verstärken. Auf den Flugblättern war ein Fahndungsaufruf zu lesen, der zudem Fotos des medienscheuen Herrschers und das Kennzeichen seines Wagens umfasste. Nach Pentagon-Angaben wurden die Bilder von einer unbemannten Drohne aufgenommen.

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