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28.11.2001
 

Afghanistan

Der erste tote Amerikaner ist ein CIA-Mann

Im Krieg in Afghanistan bestätigen die USA den ersten Toten in ihren Reihen. Der 32-jährige CIA-Agent Johnny Spann war bei dem Aufstand gefangener Taliban-Kämpfer in Masar-i-Scharif ums Leben gekommen.

CIA Officer Spann
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AP

CIA Officer Spann

Washington - Der US-Geheimdienst CIA hat bestätigt, dass einer seiner Agenten bei dem Aufstand gefangener Taliban-Kämpfer in der Festung bei Masar-i-Scharif getötet wurde. Der 32-jährige Johnny Spann ist der erste Amerikaner, der bei Kampfhandlungen in Afghanistan ums Leben gekommen ist. Spanns Leiche konnte am Mittwoch geborgen werden. Zu den Umständen von Spanns Tod äußerte sich die CIA nicht.

CIA-Direktor George Tenet würdigte den 32-Jährigen als amerikanischen Helden. "Wir werden diesen Kampf gegen das Böse mit gefestigtem Geist weiterführen", sagte Tenet. Die Fahne am CIA-Hauptquartier im US-Staat Virginia wurde auf Halbmast gesetzt. Spann kam 1999 nach einer Ausbildung als Marineinfanterist zur CIA, er hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

Insgesamt sind nach Angaben des Pentagons im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Krieg fünf Amerikaner ums Leben gekommen, bis auf Spann aber alle außerhalb Afghanistans. Zwei Soldaten starben bei einem Hubschrauber-Absturz in Pakistan, ein Militärangehöriger wurde bei einem Gabelstapler-Unfall getötet, und ein weiterer stürzte von Bord eines Flugzeugträgers. Wie am Mittwoch zudem bekannt wurde, wird ein weiterer auf einem Zerstörer im Indischen Ozean stationierter Marine-Angehöriger vermisst. Die Suche dauert noch an. Es wird aber befürchtet, dass er ebenfalls über Bord gefallen und ertrunken ist.

Bei der Gefangenenrevolte in der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif wurden laut BBC 600 Menschen getötet. Die meisten von ihnen waren Aufständische. Die USA hatten dementiert, dass es zu einem Massaker gekommen sei. Auch fünf US-Soldaten wurden verletzt.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) erklärte jedoch, genaue Todeszahlen könne man noch nicht nennen. Ein Sprecher der US-geführten Koalition bedauerte, dass es so viele Opfer gegeben habe. Er fügte hinzu, die Truppen der Nordallianz hätten bei der Niederschlagung der Revolte keine übertriebene Gewalt angewendet.

Dagegen verlangte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sofort eine Untersuchung der Ereignisse. Truppen der Nordallianz hatten die dreitägige Revolte gefangener ausländischer Taliban-Kämpfer in der Festung Kala-i-Jhangi bei Masar-i-Scharif mit Panzern, Granatwerfern und massiver Unterstützung amerikanischer Kampfjets niedergeschlagen. Auch amerikanische und britische Spezialeinheiten waren an der Erstürmung beteiligt.

"Das war kein Massaker. Das war eine offene Feldschlacht", sagte der Koalitionssprecher Kenton Keith in Islamabad. Der Nordallianz-Führer Abdul Raschid Dostam erklärte, die Aufständischen hätten 150 seiner Kämpfer umgebracht.

Journalisten, die das Lager besichtigen konnten, waren entsetzt. Hunderte von Leichen hätten im Hof des Forts gelegen. Die BBC sprach von einer "grausamen Effektivität" der Niederschlagung.

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