Islamabad - Die Bombardements der amerikanischen B-52-Maschinen seien noch im 40 Kilometer entfernten Dschalalabad zu hören gewesen, meldete die in Pakistan ansässige afghanische Nachrichtenagentur AIP. Ein Reporter des britischen Senders BBC berichtete von einem Dutzend B-52-Angriffen.
Die Kampfflieger hätten einen Höhenzug südlich der Tora-Bora-Berge ins Visier genommen. Dies deute darauf hin, dass die USA befürchteten, die al-Qaida-Terroristen könnten versuchen, sich nach Pakistan abzusetzen. Die Grenze ist nahe, und die Region ist kaum zu kontrollieren. Nach Aussage von Anwohnern gibt es einen Pass über den Weißen Berg nach Pakistan.
US-Agenten hörten unterdessen nach eigenen Angaben Funksprüche von al-Qaida-Mitgliedern über den Aufenthaltsort von Bin Laden ab. Der Terrorfürst halte sich demnach noch in der Gegend um Tora Bora auf, meldete die "New York Times". "Er zieht sich immer tiefer in seinen Komplex aus Höhlen und Tunneln zurück", berichtete ein US-Militär.
Das Ultimatum an die al-Qaida-Kämpfer war am Morgen ohne Erfolg abgelaufen. Die Anhänger Bin Ladens verhandeln nun weiter mit der örtlichen Paschtunen-Miliz von Hadschi Saman. Die Terroristen, von denen die meisten Araber sind, stellten Bedingungen. Sie wollen nur aufgeben, wenn sie von den Vereinten Nationen gefangen genommen werden. In Tora Bora sollen sich etwa 1000 al-Qaida-Männer versteckt haben. Ein Ultimatum für ihre Kapitulation war am Mittwochmorgen abgelaufen.
Al-Qaida-Terroristen hatten auch schon in Kundus im Norden Afghanistans verlangt, in Uno-Gefangenschaft zu kommen. Dies war unter anderem daran gescheitert, dass sich gar keine Uno-Truppen in Afghanistan befinden. Später waren mehrere hundert gefangener al-Qaida-Terroristen bei einem Aufstand in Masar-i-Scharif getötet worden.
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