Kandahar - Die nur leicht verletzten Araber besäßen Handgranaten und Handfeuerwaffen, sagte der Chirurg Daud Farhad. Momentan werde nur ein einziger Pfleger auf die Station gelassen.
Bei den Verwundeten handele es sich um Kämpfer aus Saudi-Arabien, sagte ein als Wächter abgestellter afghanischer Kommandeur. Die Saudis seien vor rund zehn Tagen in einer Gruppe von insgesamt 19 verwundeten Pro-Taliban-Kämpfern vom Roten Kreuz eingeliefert worden.
Nach Angaben der Ärzte des Chinesischen Krankenhauses in Kandahar haben die örtlichen Behörden noch keine Maßnahmen eingeleitet, um der Situation unter Kontrolle zu bekommen. Die Ärzte hofften nun auf Hilfe des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Die Wächter, die das Krankenhaus bewachen und niemanden zu den al-Qaida- Kämpfern hinein lassen, unterstehen dem Oberbefehl Mullah Nakibullahs, der die Kapitulation der Taliban in Kandahar in der vergangenen Woche entgegen genommen hatte.
Die arabischen Kämpfer, alle zwischen 19 und 30 Jahren, seien eingeliefert worden, als die Taliban noch Kandahar kontrollierten, sagten die Ärzte. Damals habe man nicht überprüft, ob die Männer bewaffnet seien. "Ich war sehr geschockt, als ich beim Röntgen eines arabischen Patienten eine an seinem Oberschenkel befestigte Granate sah", sagte Farhad.
Die Araber seien Anhänger von Bin Laden und des geistlichen Oberhauptes der Taliban, Mullah Omar, und sie seien stolz darauf, sagte ein Krankenpfleger. "Ich glaube, sie sind wahre Fundamentalisten."
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