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27.12.2001
 

Neues Video aufgetaucht

Bin Laden prangert "Kreuzzug" gegen den Islam an

Nach Wochen vergeblicher Suche nach dem Terroristenführer hat sich Osama Bin Laden nun mit einer neuen Videobotschaft zu Wort gemeldet. Darin wirft er dem Westen vor, einen Kreuzzug gegen die muslimische Welt zu führen. Das Weiße Haus verurteilte die Aussagen als typische "Terroristenpropaganda".

Osama Bin Laden: Neues Video, neue Angriffe gegen den Westen
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AFP

Osama Bin Laden: Neues Video, neue Angriffe gegen den Westen

Washington - In dem vermutlich zwei Wochen alten Band rechtfertigte der al-Qaida-Chef nach der Übersetzung des US-Nachrichtensenders NBC Terroranschläge gegen die USA. Unter anderem begründete er den Terror damit, dass die USA auf diese Weise daran gehindert werden sollten, Israel zu unterstützen. "Israel tötet unsere Kinder", zitierte NBC Bin Laden.

In dem Video, das der arabische Fernsehsender al-Dschasira ausstrahlte, ist Bin Laden in seiner üblichen Kampfuniform mit einer Waffe in der Hand zu sehen. CNN zeigte am Mittwoch kurze Ausschnitte des Bandes. Bin Laden wirkt darin erschöpfter als in seinen ersten Video-Botschaften. Al-Dschasira will das rund 34 Minuten lange Stück in voller Länge am Donnerstagabend um 19.35 Uhr MEZ zeigen.

Nach der Übersetzung des US-Fernsehsenders NBC erklärte Bin Laden weiter, die USA hätten Afghanistan bombardiert, ohne einen Beweis dafür zu haben, dass seine al-Qaida-Organisation für die Anschläge vom 11. September verantwortlich gewesen sei. Die US-Luftwaffe habe bei ihren Angriffen auch eine Moschee bombardiert.

Nach Angaben von NBC sagte Bin Laden, die Aufnahme stamme vom 11. Dezember. Auch CNN-Experten zeigten sich überzeugt, dass die Aufnahme von Mitte des Monats stammt. Ein Verantwortlicher von al-Dschasira betonte laut CNN, die in Katar ansässige TV-Station wisse nicht, wann und wo das Band aufgenommen worden sei.

Weißes Haus: Übliche Propaganda

Das Weiße Haus verurteilte die jüngste Videobotschaft des Terroristenführers Osama Bin Laden als eine seiner typischen "Hetzreden" verurteilt. Der stellvertretende Sprecher des Weißen Hauses, Scott McClellan, sagte am Mittwochabend (Ortszeit) im texanischen Crawford, "das ist die gleiche Terroristenpropaganda, die wir schon kennen". Das US-Verteidigungsministerium wollte sich zunächst nicht äußern, da Beamte des Pentagon das Band noch nicht in voller Länge gesehen hätten.

Bin Laden ist seit längerem nicht mehr gesehen worden. Nach einem Bericht der pakistanischen Zeitung "Observer" (Islamabad) vom Dienstag ist er tot.

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