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28.01.2002
 

Australien

Flüchtlingskinder drohen mit Selbstmord

370 Asylsuchende befinden sich im australischen Internierungslager Woomera bereits im Hungerstreik. Ein knappes dutzend Kinder hat seine Drohungen jetzt noch verschärft: Sie wollen sich umbringen, wenn sie das Lager nicht verlassen dürfen. Australiens Ministerpräsident John Howard zeigt sich unbeeindruckt.

Internierungs-Camp Woomera
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AFP

Internierungs-Camp Woomera

Woomera/Australien - In dem staubig-heißen, ehemaligen Raketentestgelände im australischen Hinterland befinden sich weiter rund 370 Asylsuchende im Hungerstreik, wie ihr Anwalt Rob McDonald am Montag mitteilte. Die Lage galt als sehr angespannt.

Von den 15 Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren zogen McDonald zufolge vier nach einigen Stunden ihre Selbstmorddrohung zurück. Die anderen seien zum Äußersten entschlossen. Bei einigen der 175 Hungerstreikenden, die seit zwei Wochen bei 40 Grad Hitze die Nahrungsaufnahme verweigern, wurden Schwächesymptome deutlich. 35 Hungerstreikende haben sich überdies ihre Lippen zunähen lassen. Dutzende versuchten nach Angaben ihrer Anwälte bereits, sich das Leben zu nehmen.

Der australische Ministerpräsident John Howard erklärte, seine Regierung bleibe bei ihrem harten Kurs, der den Flüchtlingen erst nach Abschluss des bis zu dreijährigen Asylverfahrens das Verlassen der Lager erlaubt. Labour-Opposition und katholische Kirche forderten dagegen, dass eine unabhängige Kommission die Verantwortung für die Lager übernimmt. "Ich wünschte, diese Hungerstreiks würden nicht stattfinden", sagte Howard vor Journalisten. "Ich möchte aber eindeutig klarstellen, dass die Regierung ihre derzeitige Politik nicht ändern wird."

Am Wochenende hatte sich die Hungerstreik-Bewegung unter den rund 3000 Flüchtlingen in Australien ausgeweitet. In drei Lagern verweigerten Internierte die Nahrungsaufnahme: 16 in Port Hedland, vier in Curtin Camp und 22 in Maribyrnong bei Melbourne, teilte die Einwanderungsbehörde mit. Nach fünf Tagen beendeten die Flüchtlinge in Maribyrnong ihren Hungerstreik, sagte eine Sprecherin einer Solidaritätsgruppe, Judy McVey. In Maribyrnong sei die Situation nicht vergleichbar "mit den Konzentrationslagern im Rest des Landes", sagte sie weiter. Auch die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen haben Howards Abschreckungspolitik gegen Flüchtlinge - die meisten kommen aus Afghanistan, Irak, Iran und Südasien - scharf kritisiert.

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