Buenos Aires - Die Lage in ganz Argentinien ist äußerst gespannt. In einigen Provinzen kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen unbezahlten Staatsangestellten und der Polizei wegen der Pläne Lenicovs. In der Provinz San Juan wurden 15 Menschen verletzt. In der Hauptstadt Buenos Aires belagerten Demonstranten das Parlament und die Residenz des Präsidenten im Vorort Olivos. Für Donnerstag riefen linke Gruppen zu einer Demonstration gegen Duhalde auf. Präsident Eduardo Duhalde traf am Dienstag zu Krisensitzungen mit Kabinettsmitgliedern, Abgeordneten und Provinzgouverneuren zusammen.
Lenicov hatte vier Monate lang vergeblich nach der Formel für einen Neuanfang gesucht. Er stellte im Februar ein Notprogramm vor, das mit der Freigabe des Peso-Kurses die Exportchancen der Volkswirtschaft verbessern sollte. Zuletzt schlug er vor, private Spareinlagen bei den Banken nicht bar, sondern in Form von Anleihen auszuzahlen. Seit 1. Dezember vergangenen Jahres sind Barabhebungen bei den Banken streng limitiert, um eine massive Kapitalflucht zu verhindern.
Nach dem Scheitern des fünften Wirtschaftsministers seit Anfang vergangenen Jahres sind der Außenhandelsfachmann Alieto Guadagni und der frühere Zentralbankpräsident Javier Gonzalez Fraga als mögliche Nachfolger im Gespräch. Guadagni gehörte bereits dem Kabinett des früheren Präsidenten Carlos Menem an.
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