Washington - Nach Angaben des US-Präsidialamtes überstand Bush die rund zweistündige Routine-Untersuchung am Samstagmorgen gut. Bush fühle sich großartig, sagte sein Sprecher Ari Fleischer. Es seien weder Polypen noch Hinweise auf irgendwelche Abnormitäten gefunden worden. Alles sei in Ordnung. Bereits kurz nach der Untersuchung auf dem Präsidenten-Landsitz Camp David übernahm Bush seine Amtsgeschäfte wieder. Da er während der Untersuchung Beruhigungsmittel verabreicht bekommen hatte, hatte Bush für diese Zeit seine Amtsvollmachten vorübergehend an Cheney abgegeben.
Bei der Untersuchung handle es sich um einen Routinetest, hatte Bush am Freitag in Washington vor Journalisten erklärt. Es gebe keine Anzeichen für eine Erkrankung. Nach einer Darmspiegelung vor zwei Jahren hätten ihm seine Ärzte jedoch empfohlen, die Untersuchung in diesem Jahr zu wiederholen, sagte der 55-Jährige. Damals seien einige gutartige Polypen gefunden worden. Die jetzige Untersuchung sei bereits die dritte Darmspiegelung, der er sich unterziehe.
Was bei Bush gemacht werde, entspreche den Untersuchungen, die allen Menschen empfohlen würden, bei denen einmal Polypen im Darm gefunden worden seien, sagte Bushs Leibarzt Richard Tubb. "Das ist eine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung. Wenn Sie älter als 50 Jahre sind, sollte das auch bei Ihnen zu den regelmäßigen Untersuchungen gehören", fügte er hinzu.
Tubb sagte, die Untersuchung dauere normalerweise zwischen 30 und 45 Minuten. Man habe sich für ein Sedativum entschieden, das schnell und kurzfristig wirke. Wenn es abgesetzt werde, werde Bush nach zwei bis vier Minuten wieder wach sein.
Der Rechtsbeistand der Regierung, Al Gonzales, sagte, Cheney werde die Pflichten des Präsidenten "für Stunden" übernehmen. Als einzigen Präzedenzfall für eine Übertragung der Geschäfte nannte er eine Operation wegen Darmkrebses, der sich 1985 der damalige Präsident Ronald Reagan habe unterziehen müssen.
Bush betonte, er wolle bei seiner Gesundheit übervorsichtig sein, weil sich die USA in einem Krieg gegen den Terrorismus befänden. Unter Hinweis auf Sicherheitsgründe lehnte er es ab, den genauen Zeitpunkt des Eingriffs zu nennen.
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