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23.07.2002
 

Ein toter Terrorist - Acht tote Kinder

Scharon nennt Raketenangriff einen der größten Erfolge

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon hat den verheerenden Raketenangriff seiner Armee auf das Haus eines führenden Hamas-Extremisten als "einen der größten Erfolge" bezeichnet. Durch den Einschlag des Geschosses wurden im Gaza-Streifen mindestens 15 Menschen getötet, darunter acht Kinder.

Raketenangriff in Gaza: Die Suche nach Verschütteten geht weiter
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AP

Raketenangriff in Gaza: Die Suche nach Verschütteten geht weiter

Jerusalem - Die Hoffnung auf weniger Gewalt im Nahen Osten hat nach dem jüngsten israelischen Angriff einen schweren Rückschlag erhalten. Nach dem tödlichen Schlag der israelischen Armee kündigte Scheich Achmed Jassin, Führer der radikal-islamischen Hamas-Bewegung, an: "Wir werden nicht mit Worten antworten, sondern mit Taten."

Am Montag noch hatte Jassin in Aussicht gestellt, bei der Hamas gebe es Überlegungen, im Falle eines israelischen Abzugs aus den besetzten Palästinensergebieten, die Anschläge von Selbstmordattentätern einzustellen. Zuvor hatten die al-Aksa-Brigaden allerdings damit gedroht, Familien von Regierungsvertretern anzugreifen, falls Israel seinen Plan wahr mache, Angehörige palästinensischer Extremisten in den Gazastreifen abzuschieben.

Der Angriff kurz nach Mitternacht galt Scheich Salah Schehadeh, Kommandeur des militärischen Flügels der Hamas, Issedin al-Kassem. Die Schlagkraft einer von einem F-16-Kampfflugzeug abgefeuerten Rakete war so stark, dass das fünfgeschossige Haus Schehadehs und mehrere angrenzende Gebäude einstürzten. Noch in mehr als 500 Metern Entfernung gingen Fensterscheiben zu Bruch.

In den Trümmern kamen mindestens 15 Menschen ums Leben. 145 Menschen seien verletzt worden, davon 47 schwer. Fünf von ihnen schwebten noch in Lebensgefahr und würden auf der Intensivstation behandelt. Das Schifa-Krankenhaus veröffentlichte eine Liste der Getöteten. Darauf fanden sich auch die Namen von acht Kindern im Alter zwischen zwei Monaten und elf Jahren. Unter den Toten sind auch Schehadehs Frau und drei Kinder des Paares, teilte Hamas-Sprecher Ismail Hanijeh mit. Vor der Klinik versammelten sich 4000 Palästinenser und skandierten anti-israelische Parolen.

Ariel Scharon: Einer der größten Erfolge
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REUTERS

Ariel Scharon: Einer der größten Erfolge

Am Morgen bestätigte die Hamas auch den Tod Schehadehs. Zunächst hatte es geheißen, der Hamas-Extremist habe den Angriff überlebt. Er stand ganz oben auf der israelischen Fahndungsliste. Israel macht ihn für Hunderte Terroranschläge verantwortlich. Für die Hamas ist er nun ein Märtyrer. "Die Hamas trauert um den Helden, den Führer Salah Schehadeh", hieß es in einer Erklärung und weiter: "Wir werden Vergeltung üben für das Blut der Märtyrer".

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon nannte die Aktion seiner Streitkräfte "einen der größten Erfolge". Israelischen Medienberichten zufolge sagte Scharon dies zu Beginn einer Kabinettssitzung in Jerusalem. Gleichzeitig sagte Scharon, Israel habe "kein Interesse daran, Zivilisten zu treffen, und wir bedauern, das dies geschah". In Erwartung palästinensischer Racheakte rief er die israelische Bevölkerung zur Wachsamkeit auf.

Die israelische Armee äußerte am Dienstag ihr "Bedauern" über den Tod Unbeteiligter. Wenige Stunden nach dem Raketenangriff auf den militanten Hamas-Führer Salach Schehade hieß es in einer offiziellen Erklärung, die Armee bedauere "jedes Leid, das unschuldigen Menschen zugefügt" werde. Der Tod dieser Menschen sei das Ergebnis "des Terrors, der unschuldige Menschen als Schutzschilde verwendet". Die Operation habe es ausschließlich auf Schehade abgesehen gehabt.

Der israelische Außenminister Schimon Peres bekräftigte am Montag, dass Israel zu einem Rückzug aus einigen besetzten Teilen des Westjordanlandes bereit sei.

Vom fünfstöckigen Haus Schehades in Gaza blieb nicht viel übrig
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DPA

Vom fünfstöckigen Haus Schehades in Gaza blieb nicht viel übrig

Dafür müssten die palästinensischen Behörden aber Sicherheit gewährleisten und neue Anschläge verhindern, sagte Peres im israelischen Rundfunk.

In den vergangenen Tagen hatte die israelische Luftwaffe zwei Mal Ziele in Gaza angegriffen und dabei Schlossereibetriebe unter Beschuss genommen, in denen angeblich Mörsergranaten und Raketen hergestellt wurden. Fast täglich feuern Palästinenser mit Mörsern auf jüdische Siedlungen im Gaza-Streifen.

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