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America first Bush kommt nicht zum Erdgipfel

Der Weltgipfel in Johannesburg wird ohne den amerikanischen Präsidenten stattfinden. George W. Bush teilte jetzt während seines Urlaubs mit, er lasse sich bei der Konferenz von Außenminister Colin Powell vertreten.

George W. Bush
AP

George W. Bush

Crawford - An seinem Ferienort Crawford (US-Bundesstaat Texas) sagte der Präsident, dass die amerikanische Delegation von Außenminister Colin Powell angeführt werde. In einer Erklärung hieß es, die Delegation werde "mit konkreten und praktischen Vorschlägen für starke und dauerhafte Partnerschaften" in Entwicklungsschwerpunkten wie Wasserversorgung, moderner Energie, Gesundheitswesen und produktiver Landwirtschaft nach Johannesburg kommen.

Der Weltgipfel der Vereinten Nationen findet vom 26. August bis 4. September statt. Zu ihm werden insgesamt rund 50.000 Teilnehmer in Südafrika erwartet, darunter rund hundert Staats- und Regierungschefs. Dass Bush nach seiner Ablehnung des Umweltschutzabkommens von Kyoto nicht dazu gehören wird, war erwartet worden.

Schon bei seinem kürzlichen Berlin-Besuch deutete der US-Präsident an, dass die Teilnahme am Gipfel von Johannesburg für ihn kein Herzensanliegen sei. Denn kategorisch lehnte er ab, das von den USA boykottierte Kyoto-Protokoll für Klimaschutz doch noch zu unterzeichnen und diese Verweigerungshaltung hätte ihm in Johannesburg keine Freunde gemacht.

Die USA schicken zwar die größte Delegation nach Johannesburg, haben aber in den Vorverhandlungen deutlich gemacht, dass sie sich ähnlich wie die Opec-Staaten, Australien und Kanada auf keine rechtsverbindlichen Abkommen einlassen wollen.

Die Anwesenheit Colin Powells wird allerdings in Verhandlerkreisen als Zeichen gewertet, dass sich in den US-Verhandlungspositionen doch noch eine weichere Linie durchsetzen könnte, die zumindest Vereinbarungen der anderen Staaten nicht blockiert.

Dies könnte den Einfluss der europäischen Staatschefs deutlich erhöhen, die Anfang September geschlossen nach Johannesburg reisen werden, um sich mit Nachdruck für einen Erfolg des Nachhaltigkeits-Gipfels einzusetzen. Auch Bundeskanzler Schröder hatte sich nach langem Zögern vor fünf Wochen entschieden, doch nach Johannesburg zu fliegen. Er ist dort am 2. September an siebter Stelle der Rednerliste vorgesehen.

Die USA stehen derzeit erst am 4. September auf der Rednerliste. Das ist relativ am Ende des eigentlichen Gipfeltreffens, möglicherweise um mehr Zeit zum Abstimmen ihrer Position zu haben - oder eine Art letztes Wort. In der Zeitplanung der vergangenen Tage waren die USA einen Tag eher als Redner eingeplant.

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