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29.08.2002
 

Schiff aufgebracht

Israelische Firma wollte Panzerteile in den Iran schmuggeln

Im Hamburger Hafen wurde ein israelisches Schiff aufgebracht, das Panzerteile an den Iran liefern sollte. Die Regierungen beider Länder dementierten entschieden, untereinander mit Rüstungsgütern zu handeln.

Panzerketten aus Israel, in weißer Folie verpackt im Hamburger Hafen
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DDP

Panzerketten aus Israel, in weißer Folie verpackt im Hamburger Hafen

Hamburg / Tel Aviv - Nach Angaben des Hamburger Zolls hatte das Schiff zwei Container mit Kettengliedern für Panzerfahrzeuge geladen, die in den Iran geliefert werden sollten. Das israelische Verteidigungsministerium bestätigte den Vorgang, sprach aber von einer Ladung von 3000 Gummi-Puffern für gepanzerte Truppentransporter.

Die Wiederausfuhr derartiger Güter muss nach Angaben des Hamburger Zolls von der Bundesregierung genehmigt werden. Da das Bundeswirtschaftsministerium aber eine Weiterlieferung an den Iran untersagt habe, seien die Panzerteile umgeladen worden und befänden sich bereits auf dem Rückweg nach Israel. Eine Verwicklung deutscher Firmen ist nach Angaben eines Ministeriumssprechers auszuschließen.

In einer Stellungnahme des israelischen Verteidigungsministeriums hieß es, die Panzerteile konnten Israel nur deshalb verlassen, weil sie offiziell für Thailand deklariert waren. Verantwortlich ist nach einem Bericht der israelischen Tageszeitung "Haaretz" die Firma P.A.D., die dem israelischen Geschäftsmann Avihai Weinstein gehöre.

Weinstein habe Verbindungen zu Eli Cohen, der vor drei Jahren in Verdacht geraten sei, Panzermotoren an den Iran geliefert zu haben. Das berichtete der israelische TV-Sender "Channel One". Zwar habe es keine Anklage gegeben, doch habe das israelische Verteidigungsministerium seine Verbindungen zu Cohen gekappt und ihm die Lizenz für Rüstungsexporte entzogen.

Die offiziellen Verbindungen zwischen Israel und dem Iran endeten kurz nach der Errichtung des islamischen Gottesstaats durch Ayatollah Chomeini. Die verdeckten Beziehungen zwischen den beiden Staaten sollen aber insbesondere im Bereich des Handels mit Rüstungsgütern nie ganz zum Erliegen gekommen sein - ungeachtet internationaler Sanktionen gegen den Iran und wiederholter Kritik der USA. Anlässlich des Vorfalls in Hamburg dementierten die Regierungen Israels und des Iran erneut solche Beziehungen.

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