Mittwoch, 10. Februar 2010

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11.09.2002
 

Golf-Krise

Saddam droht Katar mit Zerstörung

Zwischen dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein und dem Außenminister von Katar, Scheich Hamad Bin Dschasim al-Thani, ist es nach Angaben der Kairoer Zeitung "Al-Gumhuria" zu einem lautstarken Krach gekommen. Der Diktator aus Bagdad drohte dem Außenminister, Katar komplett zu zerstören.

Saddam Hussein: Druck auf Katar
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DPA

Saddam Hussein: Druck auf Katar

Kairo - Die Begegnung Ende August begann brüderlich. Wie "Al-Gumhuria" unter Berufung auf irakische Quellen über die Begegnung des irakischen Präsidenten mit dem katarischen Außenminister, Scheich Hamad Bin Dschasim al-Thani, berichtet, habe al-Thani Saddam Hussein zunächst aufgefordert, die Uno-Waffenkontrolleure wieder ins Land zu lassen. Anderenfalls würde "die Hölle losbrechen". Auf dem amerikanischen Militärstützpunkt al-Udeid in Katar seien ihm Waffen zu Augen gekommen, "die ich noch nie zuvor gesehen habe". Hussein habe sich dies ruhig angehört, hieß es.

Als al-Thani seine Rede fortsetzte, diese Waffen würden gegen den Irak eingesetzt werden, sollte es zu einem amerikanischen Angriff auf das Land zwischen Euphrat und Tigris kommen, sei Saddam wütend aufgesprungen. Er habe ihn angeschrieen. Laut der Zeitung habe er den Gast gefragt, ob Katar bereit sei, ein Agent der USA zu sein und sich auf die Seite der Feinde der arabischen Nation zu schlagen. Sollte das kleine Emirat am Golf der US-Armee erlauben, von al-Udeid aus den Irak anzugreifen, werde er das Land "komplett zerstören". Nach dieser Begegnung sei der Außenminister sofort zum Flughafen gefahren, hieß es. Dort sagte Al-Thani gegenüber Journalisten: "Ich habe festgestellt, dass der Irak kooperieren will, aber ich habe noch manche Zweifel."

Nach dem Besuch des Katarers erklärte Hussein, auf die Forderung hin, Waffeninspektoren ins Land zu lassen, habe er dem Außenminister geantwortet, der Irak habe seine Verpflichtungen gegenüber der Uno bereits erfüllt.

Unklar ist noch die amerikanische Reaktion auf Husseins Drohungen. Der US-Senders Fox News berichtete, das US-Zentralkommando (Centcom) solle bereits am kommenden Freitag von Tampa (Floria) nach Katar verlegt werden. Dafür gab es am Mittwoch keine offizielle Bestätigung. Aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen hieß es jedoch, das Centcom stehe nicht unmittelbar vor dem Umzug an den Persischen Golf. Der Oberbefehlshaber des Zentralkommandos, General Tommy Franks, hatte im vergangenen Herbst die Möglichkeit angedeutet, sein Kommando in größere Nähe zu Afghanistan zu verlegen.

Laut Fox News wurde al-Udeid zu einer hochmodernen Kommando- und Kommunikationszentrale ausgebaut, nachdem Saudi- Arabien sich geweigert hatte, den Prinz-Sultan-Stützpunkt für den Afghanistan-Krieg zur Verfügung zu stellen. Auf dem 45 Kilometer von der Hauptstadt Doha entfernten Stützpunkt in der Wüste sind derzeit bereits rund 3000 US-Soldaten stationiert.

Das US-Zentralkommando, das für den Afghanistan-Krieg verantwortlich ist und auch in einer Militäraktion gegen den Irak das Kommando führen würde, ist für insgesamt 25 Länder im Nahen Osten sowie in Zentral- und Südasien zuständig.

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