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Nato Erneuter Fehlschlag

In der Nacht der bislang schwersten Angriffe auf Belgrad haben Nato-Raketen am Samstag die chinesische Botschaft getroffen. Nach Angaben aus Peking wurden dabei mindestens drei Menschen getötet und mehr als 20 verletzt. Die Regierungen Chinas, Rußlands und Jugoslawiens verurteilen den Vorfall auf das schärfste; der UN-Sicherheitsrat äußert sich nach einer Dringlichkeitssitzung entsetzt und besorgt. Die Nato spricht von einem "schrecklichen Unfall".

Belgrad - In das Gebäude in der Belgrader Neustadt seien drei Nato-Raketen eingeschlagen. Das meldete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Ein weiterer Mensch wird noch vermißt. Das serbische Fernsehen zeigte Bilder von dem beschädigten Gebäude.

Mehr als 20 Menschen sollen verletzt worden sein.
DPA

Mehr als 20 Menschen sollen verletzt worden sein.

UN-Generalsekretär Kofi Annan drückte sein Entsetzen über den Vorfall aus. In einer gemeinsamen Erklärung des Weltsicherheitsrats hieß es: "Die Mitglieder des Sicherheitsrats übermitteln der chinesischen Regierung ihr Mitgefühl und ihr Beileid für die Familien der Opfer." Das Dokument kam nach dreistündigen, teils hitzigen Beratungen zustande. Der jugoslawische Vertreter Vladislav Jovanovic sagte, bei dem Beschuß handele es sich nicht um einen Unfall. Der stellvertretende US-Botschafter Peter Burleigh entgegnete: "Die Nato würde niemals zivile Ziele angreifen, und die Nato würde niemals eine Botschaft angreifen."

Nato-Sprecher Jamie Shea sagte, das eigentliche Ziel des Angriffs sei ein benachbartes Büro der jugoslawischen Regierung gewesen, in dem Waffenim- und exporte koordiniert würden. "Wir haben den chinesischen Behörden erklärt, daß es sich um ein Versehen handelt", sagte der Sprecher. "Wir haben unser tiefes Bedauern ausgedrückt. Zugleich betonte er jedoch, die Militäroffensive der Nato werde ungeachtet des Vorfalls fortgesetzt.

Die Nato teilte am Samstag mit, in der Nacht sei der Dobanovci-Komplex besonders ins Visier genommen worden, eine der Residenzen des jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic. Am späten Freitagabend hatte die Nato eingeräumt, daß bei einem Angriff auf Nis höchstwahrscheinlich ein Wohngebiet getroffen worden sei. Nach serbischen Angaben wurden bei dem Angriff 15 Menschen getötet.

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