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27.09.2002
 

Stammzellen

Europäische Union verabschiedet Kompromisspapier

Am Montag will die Europäische Union einen langen Streit beenden: In welchem Ausmaß darf Stammzellenforschung sein? Die europäische Lösung geht dabei nicht ganz so weit, wie die deutsche.

Menschliche Stammzellen-Kolonie, etwa einen Millimeter breit. Sie besteht aus tausenden von einzelnen Stammzellen und wächst auf einer embryonalen Maus-Zelle in einem Labor in Israels Technion Institute of Technology heran
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DPA

Menschliche Stammzellen-Kolonie, etwa einen Millimeter breit. Sie besteht aus tausenden von einzelnen Stammzellen und wächst auf einer embryonalen Maus-Zelle in einem Labor in Israels Technion Institute of Technology heran

Brüssel - Im Streit um das 6. Europäische Forschungsrahmenprogramm haben die Länder sich auf einen Kompromiss einigen können, am Montag wird das Papier in Brüssel verabschiedet. Finanziert werden demnach von der EU nur noch Forschungsarbeiten mit bereits existierenden Stammzellen.

Bisher hatten Deutschland, Irland, Österreich und Italien die Umsetzung des 17,5 Milliarden Euro-Programms wegen ethischer Vorbehalte blockiert. Der Kompromiss, der bis Dezember 2003 gilt, schließt Projekte zum reproduktiven Klonen und erbgutverändernde Interventionen in die menschliche Keimbahn aus.

Außerdem nicht gefördert wird die Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken oder zur Gewinnung von Stammzellen. Damit geht die EU-Regelung allerdings nicht so weit wie das deutsche Gesetz mit Stichtagsregelung, wonach Import und Forschung unter strengen Voraussetzungen nur an embryonalen Stammzellen erlaubt ist, die vor dem 1. Januar 2002 gewonnen wurden.

Deutschland hat die meisten Projekte angemeldet

Bildungsministerin Edelgard Bulmahn fordert jetzt, dass deutsche Wissenschaftler stärker als bisher an der europäischen Forschung beteiligt werden. "Wir investieren viel Geld in das europäische Forschungsprogramm, deshalb ist es wichtig, dass Deutschland auch ordentlich profitiert", so Bulmahn. Unter den 12 000 bislang bei der EU eingereichten Projekten liegen die Deutschen mit einen Anteil von 15 Prozent auf Platz eins.

Annett Conrad

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