Brüssel - Im Streit um das 6. Europäische Forschungsrahmenprogramm haben die Länder sich auf einen Kompromiss einigen können, am Montag wird das Papier in Brüssel verabschiedet. Finanziert werden demnach von der EU nur noch Forschungsarbeiten mit bereits existierenden Stammzellen.
Bisher hatten Deutschland, Irland, Österreich und Italien die Umsetzung des 17,5 Milliarden Euro-Programms wegen ethischer Vorbehalte blockiert. Der Kompromiss, der bis Dezember 2003 gilt, schließt Projekte zum reproduktiven Klonen und erbgutverändernde Interventionen in die menschliche Keimbahn aus.
Außerdem nicht gefördert wird die Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken oder zur Gewinnung von Stammzellen. Damit geht die EU-Regelung allerdings nicht so weit wie das deutsche Gesetz mit Stichtagsregelung, wonach Import und Forschung unter strengen Voraussetzungen nur an embryonalen Stammzellen erlaubt ist, die vor dem 1. Januar 2002 gewonnen wurden.
Deutschland hat die meisten Projekte angemeldet
Bildungsministerin Edelgard Bulmahn fordert jetzt, dass deutsche Wissenschaftler stärker als bisher an der europäischen Forschung beteiligt werden. "Wir investieren viel Geld in das europäische Forschungsprogramm, deshalb ist es wichtig, dass Deutschland auch ordentlich profitiert", so Bulmahn. Unter den 12 000 bislang bei der EU eingereichten Projekten liegen die Deutschen mit einen Anteil von 15 Prozent auf Platz eins.
Annett Conrad
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH