Jakarta - Wie die indonesischen Behörden am Samstag mitteilten, wurde der Verdächtige bereits am Donnerstag im Busbahnhof von Bajawa auf der Insel Flores gefasst, rund 500 Kilometer östlich von Bali. Der Polizei zufolge hat er starke Ähnlichkeit mit einem der drei Verdächtigen, von denen vor ein paar Tagen Phantombilder veröffentlicht wurden.
Der Name des Festgenommenen wurde lediglich mit RS angegeben. Er sei inzwischen von Flores nach Denpasar, der Hauptstadt Balis, gebracht worden, hieß es. Der Verdächtige stamme aus Ambon, der Hauptstadt der indonesischen Molukken, habe jetzt aber seinen Wohnsitz in Jakarta. Er habe angegeben, auf der Insel Flores Urlaub gemacht zu haben.
Der Polizei zufolge versuchte der Mann, sein Gesicht hinter einer Zeitung zu verstecken, nachdem die Polizei in dem Busbahnhof auf ihn aufmerksam geworden war. Er sei etwa 33 Jahre alt und habe schulterlange Haare. Dies stimme mit einem der Phantombilder überein. Ob er tatsächlich an den Terroranschlägen auf Bali beteiligt gewesen sei, lasse sich zurzeit noch nicht sagen, fügte ein Polizeisprecher hinzu. Bislang weigere der Mann sich beharrlich, auf die Fragen der Beamten zu antworten.
Am vergangenen Mittwoch hatten die Behörden drei Phantombilder von Indonesiern im Alter von 20 bis 30 Jahren veröffentlicht. Einer von ihnen sei namentlich bekannt, hieß es. Verteidigungsminister Matori Abdul Djalil erklärte laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Antara, es gebe Hinweise darauf, dass einer der drei Gesuchten Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida habe.
Hinter den Anschlägen auf zwei Nachtclubs von Bali vermuten die Ermittler die Terrororganisation Jemaah Islamiyah, die Kontakte zur al-Qaida unterhalten soll. Bei den Attentaten am 12. Oktober waren fast 200 Menschen ums Leben gekommen. Die meisten von ihnen waren ausländische Touristen, darunter auch sechs Deutsche.
Polizei verhört Chef der Jemaah Islamiyah
Die Polizei in Jakarta begann unterdessen mit dem Verhör des Anführers der Jemaah Islamiyah, Abu Bakar Bashir. Der 64-Jährige liegt seit seiner Festnahme am 18. Oktober mit Atembeschwerden im Krankenhaus.
Polizeisprecher Jeldy Ramadhan erklärte, man wolle Bashir Fragen zu den Bombenanschlägen auf Kirchen im Jahr 2000 und ein möglicherweise geplantes Attentat auf Präsidentin Megawati Sukarnoputri stellen. Bashirs Anwalt kündigte an, sein Mandat werde auf die Fragen der Polizei nicht antworten, weil seine Festnahme illegal gewesen sei.
US-Regierung warnt vor neuen Terroranschlägen
Die USA haben vor dem Hintergrund der Attentate auf Bali vor weiteren Attentaten auf US-Bürger gewarnt. "Es besteht die Möglichkeit ähnlicher Anschläge in anderen Staaten Südost-Asiens", erklärte das Außenministerium in Washington. Terrororganisationen in der Region könnten Anschläge auf US-Bürger in Restaurants, Nachtlokalen, Hotels und an Stränden verüben, hieß es. Die USA hatten nach den Anschlägen auf Bali eine ähnliche Warnung für Indonesien herausgegeben, weiteten diese jetzt jedoch auf die gesamte Region aus.
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