Florenz – Die Protestaktion war Höhepunkt des fünftägigen "Europäischen Sozialforums", zu dem Globalisierungs-Kritiker und Friedensgruppen aus der ganzen Welt zusammenkamen. Während die Behörden die Zahl der Teilnehmer auf fast 500.000 schätzten, sprachen die Veranstalter von einer Million.
Aus Furcht vor Ausschreitungen hatte die italienische Regierung 6000 Sicherheitskräfte mobilisiert, viele Geschäfte in Florenz blieben geschlossen. Zunächst gab es keine Zusammenstöße. Auch Deutsche waren bei der Demonstration dabei.
Es war die größte Anti-Kriegs-Demonstration in Italien seit Jahren. "Stoppt die Kriegskoalition" und "Kein Angriff auf den Irak" hieß es auf Spruchbändern. Viele der zumeist jungen Leute schwenkten rote Fahnen. Auch zahlreiche Anhänger der italienischen Kommunisten, Gewerkschafter sowie kirchliche Gruppierungen beteiligten sich an dem Kilometer langen Demonstrationszug. Polizei und Sicherheitskräfte hielten sich im Hintergrund.
Aus Furcht vor Ausschreitungen hatte die Regierung dem Demonstrationszug nicht erlaubt, durch die historische Altstadt zu ziehen. Die italienische Regierung hatte sogar den Luftraum für Privatflugzeuge von Mittwoch bis Sonntag gesperrt. Stattdessen zogen Demonstranten durch die Außenviertel zum Sportstadion von Florenz.
Die Großdemonstration galt auch als Test für die italienische Polizei, die sich nach dem G-8-Gipfel in Genua im vergangenen Jahr schwere Vorwürfe anhören musste, als Karabinieri einen Demonstranten erschossen und Hunderte Menschen verletzten.
Die Veranstalter versuchten, durch eigene Ordner zu verhindern, dass sich gewaltbereite junge Leute unter die Demonstranten mischten. Der Regierung ging es vor allem darum, blutige Zusammenstöße wie beim G-8-Gipfel im Juli 2001 in Genua vermeiden. Damals hatte ein Polizist einen jungen Italiener erschossen, viele Menschen wurden verletzt.
Beim "Sozialforum" hatten die Globalisierungs-Kritiker Strategien zur Bekämpfung der ungehemmten wirtschaftlichen Globalisierung erörtert. Dabei forderten sie, der Globalisierungs-Prozess müsse sozial und demokratisch gesteuert werden und dürfe nicht weiter zu steigender Armut in der Dritten Welt führen. Ein Schuldenerlass für die Entwicklungsländer sei unerlässlich.
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