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27.11.2002
 

Ärger in Kanada

Regierungssprecherin dankt nach Bush-Beleidigung ab

Die oberste Regierungssprecherin Kanadas bezeichnete US-Präsident George W. Bush als "Schwachsinnigen". Erst nach mehreren Tagen entließ Premierminister Jean Chrétien seine Sprecherin - und handelte sich dadurch eine Anti-Amerikanismus-Debatte ein.

Jean Chrétien: Debatte um Anti-Amerikanismus in Kanada
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AP

Jean Chrétien: Debatte um Anti-Amerikanismus in Kanada

Ottawa - Erst nach mehreren Tagen des Zögerns nahm Chrétien den Rücktritt von Françoise Ducros an. Sie hatte Bush beim Nato-Gipfel in Prag in der vergangenen Woche im Gespräch mit einem kanadischen Reporter als einen "Schwachsinnigen" bezeichnet.

Der liberalen Regierung war daraufhin von der konservativen Opposition vorgeworfen worden, Anti-Amerikanismus zumindest zu billigen, der insbesondere Kanadas Wirtschaftsbeziehungen sowie der Zusammenarbeit mit dem mächtigen Nachbarland in Sicherheitsfragen Schaden zufüge.

Chrétien deutete nach einer heftigen Debatte im kanadischen Parlament an, dass er den Rücktritt seiner Sprecherin nur mit Bedauern akzeptiert habe. "Sie war sehr gut, eine sehr kompetente Person, die mir und der Regierung sehr gute Dienste erwiesen hat." Er hatte sich in der vergangenen Woche um Entspannung bemüht und erklärt, Bush sei "alles andere als ein Schwachsinniger, er ist ein Freund. Meine persönlichen Beziehungen zu dem Präsidenten sind äußerst gut."

In den USA war der Fall mit weit mehr Gelassenheit aufgenommen worden als der angebliche Vergleich zwischen Bush und Hitler durch die SPD-Politikerin Herta Däubler-Gmelin während des bundesdeutschen Wahlkampfes. Sie hatte trotz mehrfacher Dementis ihr Amt als Justizministerin nach der Wahl verloren. Zur Beleidigung Bushs durch die Sprecherin Chrétiens hieß es in Washington lediglich, die Äußerung entspreche offensichtlich nicht der Meinung der kanadischen Regierung.

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