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04.12.2002
 

Amerikanische Umfrage

Deutsche lehnen Irak-Krieg vehement ab

In kaum einem westlichen Land stößt ein möglicher Irak-Krieg auf so scharfen Widerspruch wie in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine in Washington veröffentlichte Studie des amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Pew.

Washington - 71 Prozent der Deutschen sprachen sich in der Umfrage gegen einen Krieg aus und nur 26 Prozent dafür. Damit ist die Ablehnung deutlich höher als in Großbritannien (47 Prozent) und in Frankreich (64 Prozent).

Den Nahost-Konflikt halten laut Pew mehr Deutsche (48 Prozent) für eine große Bedrohung als die Herrschaft des irakischen Staatschefs Saddam Hussein (31 Prozent). Die Franzosen teilen diese Einschätzung, während es in Großbritannien und den USA umgekehrt aussieht. 55 Prozent der 1.000 Befragten in Deutschland befürchten, dass ein Angriff auf Bagdad zu einem Krieg in der gesamten Nahost-Region führen könnte. Fast ebenso viele (53 Prozent) sehen in diesem Fall eine erhöhte Gefahr von Terroranschlägen in Europa.

Den USA gegenüber sind die meisten Deutschen (61 Prozent) der Studie "Global Attitudes Survey" zufolge positiv eingestellt, Vorbehalte gegen Washington äußerten 35 Prozent. In dieser Frage zeigte sich ein deutlicher Unterschied zwischen alten und neuen Bundesländern: In Westdeutschland bezeichneten sich 64 Prozent als den USA zugeneigt, in Ostdeutschland nur 50 Prozent.

Zugleich äußerten 70 Prozent der Befragten im ganzen Land die Überzeugung, die USA trügen mit ihrer Politik zu einer Verbreiterung der Kluft zwischen Arm und Reich bei. In keinem anderen Land der Welt außer Japan ist diese Auffassung laut Pew so verbreitet.

Deutliche Unterschiede zwischen Ost und West zeigten sich auch in der Frage der Zufriedenheit mit dem eigenen Leben: In den neuen Ländern bezeichneten sich nur 36 Prozent der Befragten als zufrieden mit ihrer Lebensqualität, im den alten Ländern waren es 52 Prozent. Die deutsche Wirtschaft schätzten im Westen 30 Prozent als gut ein, im Osten nur 19 Prozent.

Fast zwei Drittel aller Befragten erklärten, Einwanderer hätten ihrer Ansicht nach einen schlechten Einfluss auf Deutschland. Damit lagen sie vor den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Polen und Bulgarien, jedoch hinter Italien, Tschechien und der Slowakei.

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