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05.02.2003
 

Al Kindi

Saddams geheimste Waffenschmiede

Der Rüstungskomplex Al Kindi, auf den US-Außenminister Powell in seiner Anklage gegen den Irak verwies, war lange Zeit das größte und geheimste Rüstungsprojekt des Irak. Zum Entwicklungsprogramm sollen Mittelstreckenraketen und Chemiewaffen gehört haben. Sogar Atomwaffen-Technologien sollen bereits erprobt worden sein.

Streng abgeschirmte Anlage: Luftbilder des Rüstungsprojekts Saad 16 von 1995
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Department of Defense

Streng abgeschirmte Anlage: Luftbilder des Rüstungsprojekts Saad 16 von 1995

Die Al-Kindi-Anlagen wurden in den achtziger Jahren in der Nähe der Tigris-Stadt Mosul hochgezogen - für die Öffentlichkeit deklarierte Saddam Hussein das Projekt als Saad 16. Es sollte ein harmloses Institut sein, das in Zusammenarbeit mit der Universität Mosuls betrieben werden sollte.

Von Beginn an beobachten Geheimdienste das so genannte "Technologiezentrum" mit Argusaugen, weil sie dort eine Entwicklungs- und Fabrikationsanlage für Raketen und Chemiewaffen vermuteten. Technik und Know-how lieferten nicht zuletzt deutsche Betriebe.

Für ihre Waffenentwicklung sollen sich die Iraker auf ägyptisch-argentinische Vorarbeiten - das Raketenprojekt Condor 2 - gestützt haben. Daraus sollte eine treffgenaue Mittelstreckenrakete entstehen, die mit ihrer Reichweite den gesamten Nahen Osten abdecken könnte.

Die alte Condor-Crew, so glaubten Insider, stellten dem Irak ihr technisches Wissen für die Serienproduktion jener Waffen zur Verfügung, die bei Mosul entwickelt werden. Nach jüngsten Erkenntnissen des US-Geheimdienstes sollen dort auch Technologien für Atomwaffen erprobt worden sein.

Tarnfarben und Bunker unterstreichen den militärischen Charakter der Anlage, in deren Zentrum eine über 100 Meter lange Halle für den Bau von Prototypen liegt. Im Norden des Geländes wurde eine 120 Meter lange unterirdische Schießbahn, vier Meter breit und vier Meter hoch, in den Berg gegraben. Die Wände, mit schalldämmenden Noppen verkleidet, sehen aus, als habe eine Hühnerfarm ihren Jahresvorrat an Eierkartons dafür gespendet.

In einem westlichen Seitental stehen 28 so genannte Widerstandsgebäude, bei denen das einseitig abgeschrägte Dach und drei Seitenwände besonders stabil ausgelegt wurden, die vierte Seitenwand hingegen lediglich aus Holz besteht. So wird bei Laborunfällen der Explosionsdruck gezielt in eine ungefährliche Richtung geleitet. Die meisten der 58 chemischen Labors sind hier untergebracht.

Rundum von Wällen geschützt, steht gleich daneben ein Raketenteststand mit Kontrollräumen und Klimakammern. Auch die nahe gelegenen Gebäude mit Meßlabors (von MBB) sind mit einem 150 Meter langen Wall gegen die chemischen Labors abgeschirmt.

In den zwölf Meter langen Windkanälen kann mehrfache Schallgeschwindigkeit simuliert werden. Und die 27 Elektroniklabors verfügen über einen von Siemens gebauten echolosen Raum.

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