Seoul - "Wenn die Vereinigten Staaten einen Überraschungsangriff auf unsere friedlichen Atomanlagen starten, wird das einen umfassenden Krieg auslösen", schrieb die staatliche Zeitung "Rodong Sinmun" in einem Kommentar, den die amtliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag veröffentlichte. Ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums drohte indirekt ebenfalls mit einem Präventivschlag Pjöngjangs. "Die Vereinigten Staaten sagen, dass wir nach Irak an die Reihe kommen", wurde Ri Pyong Gap in der Londoner Tageszeitung "Guardian" zitiert. "Aber wir haben unsere eigenen Gegenmaßnahmen. Präventivschläge sind nicht das exklusive Recht der USA."
Die USA reagierten kühl auf die Drohungen. Die Vereinigten Staaten hätten verlässliche Pläne für alle Eventualitäten, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer. Diese schlössen auch militärische Optionen ein. Es gebe realistischen Anlass zu der Sorge, dass Nordkorea tatsächlich einen Präventivschlag wagen könnte, sagte Fleischer. US-Präsident George W. Bush halte sich aber weiterhin alle Möglichkeiten Optionen offen und setze auf eine friedliche Konfliktlösung.
Nordkorea hatte kürzlich angekündigt, seine Atomanlagen wieder in Betrieb zu nehmen – "zum gegenwärtigen Zeitpunkt" würden sich die Arbeiten aber nur auf die Stromproduktion beschränken.
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