London - Großbritannien und die USA haben ihre Angriffe auf Ziele in der irakischen Flugverbotszone dramatisch verschärft. Das berichtet die britische Zeitung "The Guardian". Mit der Ausweitung solle das Land für eine alliierte Bodeninvasion vorbereitet werden. Die Piloten hätten in den vergangenen Tagen demnach vor allem Raketensysteme getroffen, die der Irak zur Verteidigung im Falle einer Invasion oder zum Angriff auf alliierte Truppen in Kuweit benötigen würde.
Amerikaner und Briten versichern zwar öffentlich, dass sich die Verfahrensweise zur Sicherung der Flugverbotszonen im Süden und Norden des Irak nicht geändert habe. Die Piloten würden nur schießen, wenn auf sie gezielt werde. Aber Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums gaben gegenüber dem "Guardian" inoffiziell zu, dass die Einsätze in den vergangenen Wochen auf aggressive Weise zugenommen hätten. Man wolle damit die irakische Abwehr im Vorfeld einer Bodeninvasion schwächen. Dem stimmen Militärexperten zu. Es habe eine Intensivierung des "nicht erklärten Kriegs" gegeben.
Allein in diesem Jahr haben britische und US-amerikanische Maschinen schon mehr als 40 Angriffe auf irakische Ziele geflogen. Das geht laut "Guardian" aus einem Papier des US-Zentralkommandos hervor. In der vergangenen Woche seien drei irakische Ziele angegriffen worden. Am Donnerstag habe es eine Raketenbasis und ein Kommunikationssystem in Basra getroffen. Am Freitag hätten die Alliierten drei mobile Luftabwehrradars und ein Raketensystem in der Nähe von An Nasiriyah bombardiert, knapp 220 Kilometer südwestlich von Bagdad. Am Samstag hätten britische und amerikanische Flugzeuge ebenfalls dort militärische Kommunikationsbasen und mobile Radarstationen angegriffen.
Im Februar hätten die Attacken Raketensystemen nahe Basra gegolten, so das Zentralkommando. Die USA begründen ihr Vorgehen damit, dass die Iraker Raketen und Luftabwehr über die Grenze der südlichen Flugverbotszone gebracht hätten.
Die Flugverbotszonen waren nach dem Ende des Golfkriegs 1991 im Norden und Süden des Irak zum Schutz der dort lebenden Kurden und Schiiten eingerichtet worden. Die Einhaltung wird von Briten und Amerikanern überwacht.
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