Washington - Die Atmosphäre bei der Pressekonferenz im Weißen Haus sollte Amerikanern und Alliierten nach Ansicht der Medien eines klarmachen: Die Pläne der US-Regierung sind durchdacht und keineswegs voreilig. Präsident George W. Bush habe sich offentsichtlich alle Mühe gegeben, die getragene Stimmung nicht durch "Cowboy"-Rhetorik zu verderben, schreibt die "Washington Post". "Er sprach sanft und langsam in einem Ton trauriger Resignation", heißt es in der Zeitung.
Die Berichterstatter zählten 16 Mal das Wort "Hoffnung" in der knapp einstündigen Rede. Statt neue Informationen zu geben, habe Bush acht Mal "wenn wir müssen" gesagt und wiederholt die Begriffe "Frieden" und "friedlich" benutzt.
Nach Ansicht eines Autoren der "New York Times" sieht Bushs Plan so aus: Je eher die Kampfhandlungen zur Entwaffnung beginnen und Saddam Hussein gestürzt wird, desto schneller bekommt George W. Bush seine politische Schwungkraft zu Hause und auch im Ausland zurück. "Der Grund dafür ist, dass er mit Erfolg rechnet. Einige politische Beobachter sagen, er verwettet seine Präsidentschaft darauf", heißt es in dem Blatt.
Wie er dafür garantieren könne, dass sein geplanter Irak-Feldzug nicht in die gleiche Richtung gehen könnte wie einst der Vietnam-Krieg, fragte ein Reporter den Präsidenten. Die "New York Times" wunderte sich nicht nur über die Antwort ("Hmm, das ist eine gute Frage."), sondern vor allem darüber, dass sich Bush offenbar kein bisschen an dem Vergleich mit Ex-Präsident Lyndon B. Johnson störte. Denn "dessen Umgang mit dem Vietnam-Krieg beendete tatsächlich seine Präsidentschaft", schreibt die Zeitung.
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