Washington - Eine gewaltige Detonation erschütterte am Dienstagabend die Gegend um die Eglin Air Force Base in Florida. Ein Frachtflugzeug hatte kurz zuvor die "Massive Ordnance Air-Burst Bomb" abgeworfen, die weltweit größte konventionelle Sprengbombe. Ein kilometerweit sichtbarer Rauchpilz wie bei einer Atombombe stieg in den Himmel, als die Bombe aufschlug.
"Moab", wegen des Kürzels inoffiziell auch "Mother of all Bombs" genannt, wird von Satelliten ins Ziel gelenkt. Sie übertrifft die im Afghanistan-Krieg mit verheerender Wirkung eingesetzte, bislang größte konventionelle Bombe mit dem Spitznamen "Daisy Cutter" an Sprengkraft um rund 40 Prozent.
Für US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld ist die Super-Bombe auch ein Werkzeug der psychologischen Kriegführung: Es gehe darum, der irakischen Armee die "enormen Nachteile" eines Krieges deutlich vor Augen zu führen, sagte Rumsfeld nach dem als erfolgreich gewerteten Test im Nordwesten Floridas.
Der Pentagon-Chef sagte in Washington, jede Kriegführung habe einen "psychologischen Aspekt". Es sei das Ziel der USA, Kampfhandlungen zu verhindern und Saddam Hussein zum Einlenken zu bewegen. Auf die Frage, ob die mit fast 10.000 Kilogramm Sprengstoff gefüllte Bombe in einem Irak-Krieg eingesetzt werden könnte, gab Generalstabschef Richard Myers eine ausweichende Antwort. Alles im US-Arsenal könne verwendet werden, wenn es einsatzbereit sei. Das Militär hat die Explosion der Bombe gefilmt und will die Aufnahmen auch der irakischen Bevölkerung zugänglich machen.
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