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16.03.2003
 

Reaktionen auf "Anatomie einer Krise"

Von "Shut up" bis "Großes Lob"

2. Teil: Verfolgen Sie in Teil 2 die Leser-Debatte darüber, ob in den konservativen "Think Tanks" Verschwörer sitzen - oder ob die Kritiker Verschwörungstheorien verbreiten.



Mir persönlich wäre es lieber gewesen, wäre der Artikel "Bushs Masterplan: Der Krieg, der aus dem Think Tank kam" Ihrer Phantasie entsprungen. Es ist wirklich mehr als besorgniserregend, was nach den Absichten einiger Menschen in den nächsten Jahren alles passieren soll. Ich hoffe nur, diese ganze wiederverwertete Reagan-Bande stolpert über ihre eigenen Schuhe.

LARS APRIN (Deutschland)

Ich bin glücklich, dass es SPIEGEL ONLINE gibt. Herzlichen Dank, dass ihr Euch getraut und den Mut habt.

STELLA WASSERMANN Komponistin (Schweiz)

Dass Sie solche Zeilen schreiben dürfen, verdanken wir alle den Amerikanern, die uns von Hitler befreit, vor der Sowjetunion Jahrzehnte lang beschützt und die Deutsche Einheit ermöglicht haben. An dem Bestreben der USA, fuer freedom and democracy zu kämpfen, hat sich nichts geändert. Während aber Schröder für den Wahlkampf eine potenzielle Gefahr (möglicherweise bis zu 25 Millionen Tote im Falle eines Angriffs mit Pockenviren aus dem Irak) verschweigt, einen außenpolitischen Amoklauf unternimmt und Kriegsangst schürt für kurzfristige parteipolitische Erfolge, sind die USA dabei, auch für unsere Sicherheit und Freiheit zu kämpfen.

MARCEL DIETSCH Oxford (Großbritannien)



"Bush ist der Strohmann der Kalten Krieger"

Ich fand Ihren Artikel "Bushs Masterplan: Der Krieg, der aus dem Think Tank kam" so interessant, dass ich einem amerikanischen Freund dazu ein E-Mail schrieb. Heute antwortete er mir: "My suspicion is that the 'cold war warriors' managed to get a naive controllable Bush (read: puppet) to carry their plan, because not one of them had the charisma to be President..."

Man könnte das wohl so interpretieren: Bereits 1998 arbeiteten einige Leute, von denen heute viele in der Bush-Administration stecken, einen "Masterplan" aus, wie die USA für alle absehbare Zukunft die alleinige Supermacht bleiben könnten. Natürlich wollten sie diesen auch umsetzen; doch dafür schien keiner von ihnen so recht geeignet. Da kam ihnen George Bush jr. gerade recht, um ihn als Strohmann 2001 zum Präsidenten zu machen.

Damit hatten sie genau die Marionette, die sie für ihre Pläne brauchten. Denn dieser George Bush jr. war eine eher labile Persönlichkeit, lange Jahre das schwarze Schaf seiner Familie, mit Alkohol-Problemen usw. Er brannte darauf, sich und seiner Familie zu beweisen, dass er das vollenden könnte, was seinem Vater 1991 nicht gelungen war. (Psychologisch durchaus verständlich!)

GUNTER GERDENITSCH (Deutschland)

"Nachrichten kommen blitzschnell über Kontinente - toll"

Sie nehmen kein Blatt vor dem Mund, während viele andere so genannte Reportagen, besonders in den USA, Kopien von Kopien von Kopien sind. Zum ersten Mal, das Internet macht es möglich, kommen Nachrichten und verschiedene Ansichten blitzschnell über Kontinente. Toll.

SUSAN BERGER New York

Vielleicht wird Ihr Hass auf uns eines Tages so unverständlich erscheinen wie der Ihrer Eltern gegenüber den Juden.

MARK DEVON (USA)

Read your article which was even more xenophobic than is normal. When you see the way president Chirac behaved towards the new EU-member countries at the EU-meeting I can understand why the small people of Europa prefer to trust the Americans rather than the old European colonial powers. The way you write your article and the words you use remind me more of propaganda machine than the serious journalism.

DAG YNGLAND (Norwegen)

"Polemik ist der Sache nicht dienlich"

Besonders interessant waren für mich die Berichte über US-Propagandamethoden. Lassen Sie mich Ihnen dazu mitteilen, dass ich Ihre Einschätzungen größtenteils teile und dankbar über eine kritische Berichterstattung bin. Leider kann ich mich aber mit Form und Stil Ihrer Artikel in keiner Weise anfreunden. Ich denke, dass Ihre doch sehr subjektive, ja polemische Art der Sache weder angemessen noch - was Ihnen wohl noch wichtiger sein dürfte - dienlich ist. Ich bedaure dies sehr, da ich glaube, dass Ihre Artikel durchaus auf fundierter Recherche aufbauen und Ihre grundsätzliche Argumentationsstrategie die richtige ist; ich fürchte aber, dass Sie mit der Art und Weise, wie Sie Ihre Berichte (Kommentare?) vorbringen, Ihrem Interesse und dem Interesse einer kritischen Betrachtung der Vorgänge schaden. Sie vergeben damit eine wichtige Chance!

ULF GERDELMANN Freiburg (Deutschland)

Sie haben meinen allergrößten Respekt für die Art Ihres Schreibens. Ich habe Ihre Serie "Anatomie einer Krise" aufmerksam gelesen. Es wird so unglaublich unfair auf der politischen Bühne gespielt, und der Widerstand, der sich momentan in den wenigen Regierungskreisen gegen die imperiale amerikanische Politik regt, wird doch sicher vom nächsten Schulterklopfen, der nächsten freundschaftlichen Geste, den nächsten Zahlungen hinweggewischt. Aus meiner Sicht ist es doch eher ein Vorteil, dass sich die Bush-Diplomaten so ungeschickt anstellen. So bleibt der Widerstand - aus gekränkter Eitelkeit zwar nur - um so grösser.

ENRICO SCHULZ (Deutschland)



"Unliebsame Gegner einfach ausschalten"

Trotz vielfältiger Informationsquellen sind Ihre Artikel bisher der einzige Ort, an dem der wahre Hintergrund dargestellt wird. So wie die Bushisten außenpolitisch die Vorherrschaft über die Weltwirtschaft zu erlangen suchen, sind sie innenpolitisch (siehe Patriot Act II) dabei, ihre Meinungsführung zu festigen, indem sie Voraussetzungen dafür schaffen, unliebsame Gegner einfach ausschalten zu können. Das Ziel (und damit Motiv) scheint mir klar: uneingeschränkte Macht. Frau Merkel erdreistet sich tatsächlich zu behaupten, die wichtigste Lehre aus der Nachkriegsgeschichte wäre, niemals gegen den grossen Verbündeten, die USA, zu handeln. Man merkt, dass sie noch nicht lange in der Demokratie lebt. Statt die Gefahr für die USA selbst anzuprangern, solidarisiert sich die Opposition aus eigennützigen Motiven mit den Bushisten. Gegen Bush zu sein hat doch nichts mit Antiamerikanismus zu tun, im Gegenteil!

MARC PINN Berlin (Deutschland)

Ich finde es fantastisch, dass es noch Medien gibt, die solche Berichte drucken. Und ich bin begeistert, wie akribisch, schlüssig und vorbehaltslos Sie über die Fäden berichten, die im Hintergrund ablaufen. Vieles wußte ich, allerdings haben Sie ein Mosaiksteinchen in mein Bild hinzugefügt mit dem "U.S. Committee on Nato". (Mit initiiert wurde das spektakuläre Papier in aller Stille von den US-Lobbyisten des regierungsnahen Irak-Befreiungskomitees.) Die eigene Ohnmacht und das Wissen, dass trotz der Brisanz dieser Geschehnisse nur ein Promillebereich unserer Bevölkerung davon Kenntnis erhält, machen mich traurig und wütend zugleich. Ich danke Ihnen für Ihr Engagement. Ich wüßte nicht, wo ich mich ansonsten noch so gut informieren könnte.

HOLGER SCHOPPMANN Publizist und Politologe Bochum



I read with great interest your SPIEGEL ONLINE article "Der Ex-Agent und die diplomatische A-Bombe". In the article you mention Bruce Jackson and Randy Scheunemann. These two are associated with extreme right-wing organizations beyond CLI. They also belong to the Project for a New American Century (PNAC), whose influential members include Dick Cheney, Don Rumsfeld, Paul Wolfowitz, Richard Perle, Eliot Abrams, John Bolton, Robert Kagan, William Kristol, and Lewis Libby. This group is certainly willing to create divisions among EU member states in order to weaken the influence of the "old Europe" and to prevent the EU from ever becoming a counterbalance to US power.

GEORGE GALLOWAY (USA)

"Saddam entfernen, aber nicht so"

Versuchen Sie Ihre interessanten Artikel auch in englischsprachigen Publikationen zu veröffentlichen, um den Leuten (vor allem den Amerikanern) klarzumachen, was deren derzeitiger Präsident kaputt macht (Ehrlichkeit, Glaubwürdigkeit und Berechenbarkeit der US-Aussenpolitik, Gleichbehandlung von Partnern, Position der Uno etc.), denn solcherart Artikel sind dort nicht existent. Ironischerweise gehöre ich zu denjenigen, die eine - wenn nötig - gewaltsame Entfernung von Saddam Hussein befürworten (weil er erwiesenermaßen ein diktatorischer Despot ist, der nur auf seine nächste Chance lauert), aber nicht auf so eine Art und Weise. Die ganze Angelegenheit nimmt leider langsam absurde Züge an und scheint als absurde Tragödie zu enden.

G. STRICKER (Kanada)

Im Artikel "Mit Stimmenkauf zur Stimmenmehrheit" von Jochen Bölsche finde ich Sätze wie: "'Jedes Land, das nicht mit den USA mitzieht, wird einen sehr hohen Preis bezahlen', zitieren mexikanische Diplomaten einschlägige Pressionsversuche hoher US-Beamter." Nicht, dass mich das inhaltlich noch überraschen würde, dass die Regierung Bush mit Methoden arbeitet, die man im zivilrechtlichen Rahmen schlicht mit Erpressung bezeichnen würde. Nein! Was mich doch immer wieder in Rage versetzt, ist, dass unsere Zeitungen dies einfach so berichten, so hinstellen und dann stehen lassen.

Warum kann in einer Zeitung nicht zum Ausdruck kommen, was jeder vernünftige Mensch denkt und empfindet, der dieses liest? Jedes Kind, jeder Jugendliche, den wir erziehen, weiß doch, was das bedeutet. Der amerikanischen Regierung ist es doch auf gut deutsch schon lange s...egal, was irgend jemand auf dieser Welt über sie denkt oder meint tun zu können. Genau genommen bietet uns doch die stärkste Regierung auf dieser Welt an, dass wir ihre Sklaven sind.

KARLHEINZ BRIZ (Deutschland)



"Die Verlogenheit bringt mich zum Kotzen"

Ihre Artikel haben mir aus der Seele gesprochen. Ich - Geburtsjahrgang 1968 - empfinde ebenso Abscheu für die Taten der Deutschen während des Zweiten Weltkriegs, aber den Reflex derer, die sofort unter einen Stein kriechen, sobald von der deutschen Schuldfrage gesprochen wird, kann ich nicht mehr hören. Wir als selbstbewusstes demokratisches Europa habe das Recht und die Pflicht, dem Hegemoniestreben des Herrn B. aus T. etwas entgegenzusetzen. Die Verlogenheit, alle Verbindungen mit Antidemokraten zu nutzen und dann noch davon zu reden, dass die USA die "Weltmarktführer" in Sachen Friedenspolitik sind, bringt mich, gelinde gesagt, zum Kotzen. Ich fürchte fast, diese USA werden nicht mehr lange unser Freund sein, wenn das so weitergeht wie bisher.

CHRISTIAN BERNAU (Deutschland)

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