Über die Boulevardpresse aus England machen Sie sich lustig, weil sie unsachlich und beleidigend
ist, und dann schreiben Sie selbst: "US-Präsident George W. Bush will nicht akzeptieren, dass es
zwischen der letzten Supermacht auf Erden und der Supermacht im Himmel irgendein Gremium von
Bedeutung gibt." Das passt für mich nicht zusammen.
JAN T. HÖFFLER
Berlin (Deutschland)
"Der US-Glauben ist uns nicht verständlich"
An ihren Beiträgen sieht man wirklich, dass das erste Opfer des Kriegs die Wahrheit ist. Ich muss
Ihnen leider vorwerfen, die journalistische Sorgfaltpflicht zu vernachlässigen und Halbwahrheiten
und Verkürzungen als Wahrheit zu verkaufen. Ich kann es verstehen und akzeptieren, das Sie
eine andere Meinung haben als Präsident Bush, aber das gibt Ihnen noch lange nicht das Recht,
Halbwahrheiten in die Welt zu setzen.
Jeder, der sich mit USA beschäftigt hat, weiss genau, dass die Amerikaner eine andere Art des
Glaubens haben, die für uns nicht verständlich ist, und dass viele zuallerst Gott danken, wenn Sie
etwas erreicht haben, sogar auf den Dollarscheinen steht "In God we trust". Aber deshalb Bush
als selbsternannten Gotteskrieger darzustellen ist fast eine Verleumdung.
ALBERZO GYASI
(Österreich)
Über die "wachsende Arroganz der Führungsmacht, die sich als 'imperium americanum' versteht",
bin ich als US-Bürger auch empört. Gegen ihre Einschätzung, die Regierung Bush fühle sich "von
Gott zur Weltherrschaft berufen" ist auch nichts einzuwenden. Dennoch wehre ich mich gegen die
Art, wie deutsche Journalisten diese amerikanische Arroganz mit dem Begriff "God's own country"
beschreiben - als sei dieser Spruch in Amerika üblich. Sowohl "God's own country" als auch die
deutsche Variante "Gottes eigenes Land" habe ich erst 1987 als Austauschschüler in der
Bundesrepublik gehört. Seitdem habe ich den Spruch tausendmal gelesen, aber ausschließlich in
der deutschen Presse. Für mich klingt "God's Own Country" eher nach dem Neuengland des 17.
Jahrhunderts.
Die Tatsache, dass die Ideologie der Puritaner die heutige amerikanische politische Kultur stark
geprägt hat, ist bekannt. Doch hierzulande hat der Begriff "God's own country" diese Zeit nicht
überstanden, im Gegensatz zur Vorstellung von Amerika als "Shining city on a hill". "God's Country"
hört man schon, und zwar in Amerika und auch anderswo im englischsprachigen Raum ("God's own
country" findet man im WWW vorwiegend bei der indischen Reklame fürs Touristenziel Kerala).
Doch der Begriff bezieht sich in der Regel auf eine schöne Landschaft oder auf eine sehr isolierte
ländliche Gegend, z.B. "He lives way the hell out in God's country."
BRIAN ZUMHAGEN
Philadelphia (USA)
"Sie glauben wirklich an die Endzeit"
Um die Motivation der jetzigen Regierung zu verstehen, darf man die religiöse Komponente nicht
vernachlässigen. Jimmy Carters Beitrag in der "New York Times" vom 9. März enthält diesen
interessanten Absatz: "As a Christian and as a president who was severely provoked by
international crises, I became thoroughly familiar with the principles of a just war, and it is clear
that a substantially unilateral attack on Iraq does not meet these standards. This is an almost
universal conviction of religious leaders, with the most notable exception of a few spokesmen of
the Southern Baptist Convention who are greatly influenced by their commitment to Israel based
on eschatological, or final days, theology." Dabei muss man verstehen, das zwei prominente
Mitglieder der Regierung den von Carter genannten Gruppen angehören und dementsprechend
wirklich an die Endzeit glauben.
NIELS PROVOS
(USA)
"Wird das Öl-Argument zu hoch bewertet?"
Gibt es eine englische Übersetzung ihres sehr guten Artikels "Bushs Öl-Bonanza"? Ich würde
meinen politikfaulen einheimischen Freunden gern etwas Lesekost geben.
FELIX TENDLER
(z. Zt. USA)
Ihnen ist ein absoluter Glanzpunkt gelungen!
R. MÖHLMANN
(Deutschland)
Kann es sein, dass das Erdölargument in der ganzen Debatte viel zu hoch bewertet wird? Wenn es den USA wirklich um das Öl ginge, würden sie einfach die Sanktionen gegen Saddam lockern und ganz fröhlich sein Öl kaufen. Vor allem den Erdölfirmen ist es doch egal, von wem sie den schwarzen Saft erwerben. Jedermann weiß, dass im Iran, Irak und - bis vor kurzem - in
Afghanistan Menschenrechte ein Fremdwort waren, trotzdem wurde immer fleißig Öl gekauft. Alles
in allem kann man sagen, Öl spielt sicherlich eine Rolle, aber es nicht der Hauptgrund. Es ist, wie
wenn Sie sich eine CD kaufen und darauf ein Bonustrack ist. Das Öl ist der Bonustrack. Aber
wegen einem Bonustrack kaufe ich mir noch lange keine CD.
SEBASTIAN BUJNOCH
Paris
Genug ist genug. Ihr Artikel riecht stark nach Weltverschwörungstheorien im Geiste der
"Protokolle der Alten von Zion". Sie sollten ja auch wissen, dass der "erfahrene israelische
Publizist Uri Avneri", den Sie so gerne zitieren, zum ultralinken extremistischen Winkel im
israelischen politischen Spektrum gehört und von der überwiegenden Mehrheit der Israelis nicht
ernst genommen wird. Leben Sie wohl.
EUGEN RABKIN
(Israel)
"Bush des Amtes entheben - wie damals Nixon"
Ihre Hintergrund-Recherchen machen auch den Gutgläubigsten klar, dass der Zugriff auf die
Ölreserven der Golfregion der Knüppel ist, mit dem die Wettbewerber der USA unter Kontrolle
gehalten werden sollen, wie Uri Avnery richtig schreibt.
Über diese strategischen Großmachtsinteressen hinaus darf aber nicht vergessen werden, dass
die unmittelbaren Geschäftsinteressen der Bush-Hintermänner aus der Ölindustrie, wie Halliburton
und Bechtel, von denen auch die Gelder zur Finanzierung der Politik und der Think Tanks kommen,
direkt von dem großen Geschäft der Ölfelderschließung profitieren, wie wir aus dem Kuwait-Krieg
wissen.
Wie die Dokumente des "Project for A American Century" (PNAC) zeigen, war und ist der
Irak-Krieg das Mittel, die Kontrolle über die größten Weltölvorkommen in der Golfregion zu
erlangen, um damit die eigene Ölversorgung für die nächsten 25 Jahre zu sichern und das Öl als
imperiales Druckmittel gegen alle Konkurrenten einzusetzen. George W. Bush, der nur als
Marionette funktioniert und mit viel Geld an die Macht gekauft wurde, ist durch ein Impeachment
von den Amerikanern selbst des Amtes zu entheben, so wie damals Nixon.
Wir Europäer sind eines der Hauptziele der PNAC-Doktrin, und da gilt es den Anfängen wehren,
damit nie wieder eine Supermacht auf die Idee kommt, andere Länder als Vasallen zu behandeln,
auszunutzen und zu kujonieren. Das wirksamste Mittel wäre, durch billigen allerorts zugänglichen
Ölersatz dem Krieg ums Öl für immer die Basis zu entziehen - durch eine globale brennstofffreie
Industrialisierung auf der Grundlage von billiger und autarker Geo-Stromversorgung.
Der Ölpreisanstieg in der Ölkrise vor 30 Jahren auf 40 $/Barrel, den wir gegenwärtig mit der
bevorstehenden Irak-Invasion der Bush-Administration wieder erreicht haben, führte mich als
Student zur Analyse der verfügbaren Alternativ-Energien, unter denen nur
Hochtemperatur-Geothermie aus Tiefen unterhalb von 10.000 Metern die Kriterien der
nachhaltigen, autarken Energieversorgung für alle Länder bei stetiger Verfügbarkeit an
hochwertigem, brennstofffrei erzeugtem Prozessdampf erfüllte. Was fehlte, war eine
hochproduktive Bohrtechnologie, um schnell und kostengünstig die nahezu unerschöpfliche, im
Tiefengestein gespeicherte Energie im hohen Temperaturbereich, in Form von Prozessdampf zu
nutzen. Ein von mir damals entwickeltes Verfahren wurde von der in allen Bereichen der
Wirtschaft- und Forschungspolitik vorherrschenden Kernenergielobby abgeblockt.
WERNER FOPPE
Carbon-Schmelzbohr GmbH
Geschäftsführender Gesellschafter
Geilenkirchen
"Beide Seiten haben ökonomische Interessen"
What is the difference between the oil motivation of the US for a war, and French/Russian
motivation for oil to prevent a war? Both sides have economic interests.
The US interest at least gets rid of one of the 5 or so countries that are in defiance of the UN
charter (the humanitarian part). The part that the French, Russians, and of course the Germans
forgot is that they should have thought about this before they passed any resolutions about
Iraq's disarmament in the first place. Why make laws and not enforce them? On the US position,
do you think Iraq would have disarmed at all without the troops sitting in their backyard? Hardly
so. Unfortunately, if Saddam stays, it means that international law becomes obsolete.
If the US attacks without UN backing, it is also obsolete. However, if the US attacks (with or
without UN backing) a few guys in Iran, North Korea, and a half dozen other countries will start
losing some sleep. I guess we won't know who is right until the US does attack and Saddam does
or doesn't use weapons he is not supposed to have. Who loses then (if banned weapons are
used - I am sure Iraq will find at least one) - the UN or the US? Unfortunately the real winner is
Osama bin Laden - he achieved exactly what he wanted: depressed world economy and a split
world (NATO, Europe, and the UN).
If Europe's and Russia's condemnation of a war in Iraq is really about oil, or the US' reason for
war is oil, then why doesn't the UN step up the plate and dictate the terms for Iraq's
disarmament? If those terms are not met, then take out Iraq with a worldwide coalition and use
the proceeds (of the oil) to rebuild Iraq, administered by the UN. That would set a good example
to the world. And may be use the rest of the money to develop a hydrogen car! Good night.
MATTHIAS KEHDER
San Diego, Kalifornien
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