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18.03.2003
 

Irak-Krieg ohne Uno-Mandat

"Koalition der Willigen" formiert sich

Mit einer "Koalition der Willigen" will US-Präsident George W. Bush in den Krieg gegen den Irak ziehen. Neben seinem engsten Verbündeten Großbritannien haben Australien und mehrere europäische Staaten ihre Teilnahme zugesagt.

Als "Mörder" beschimpft: Australiens Premier John Howard
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AFP

Als "Mörder" beschimpft: Australiens Premier John Howard

Hamburg - Der Umfang der zugesagten Unterstützung ist sehr unterschiedlich. Nach den bisherigen Zusagen könnte die Koalition der Alliierten so aussehen:

Australien wird die USA mit 2000 Soldaten unterstützen, darunter Spezialeinheiten und Experten für ABC-Waffen. Zu dem Kontingent gehören außerdem Jagdbomber, Hubschrauber und Kriegsschiffe. Nach Ansicht des Präsidenten John Howard sind die Interessen seines Landes so am besten gewahrt. Bei einer Parlamentsdebatte wurde Howard von der Zuschauertribüne als "Mörder" beschimpft. Die Soldaten sind bereits in der Golfregion stationiert.

Dänemark stellt Marineeinheiten für einen Irak-Feldzug zur Verfügung. Die dänische Regierung teilte weiter mit, es würden ein in der Gegend befindliches U-Boot und eine Korvette eingesetzt. Im Parlament hatten sich nur die rechtsliberale Partei des Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen, seine konservativen Koalitionspartner und die rechtspopulistische Volkspartei für einen Einsatz ohne Uno-Mandat ausgesprochen.

Nach der Genehmigung von Präsident Aleksander Kwasniewski wird Polen sich mit rund 200 Spezialisten beteiligen. Die Truppen sollen logistisch tätig werden und andere alliierte Soldaten unterstützen. Das Mandat gilt zunächst bis zum 15. September. Zur steigenden Ablehnung eines Irak-Einsatzes innerhalb der polnischen Bevölkerung sagte Kwasniewski: "Dies sind Momente, in denen Politiker nicht auf die öffentliche Meinung achten, sondern entscheiden müssen."

Tschechien hat sich bisher nicht endgültig festgelegt. Regierungschef Vladimir Spidla sagte, man wolle erst nach Beginn eines möglichen Irak-Krieges entscheiden, in welchem Ausmaß sich das tschechische Militär beteiligt. Der derzeit geltende Beschluss des Parlaments besagt, dass eine in Kuweit stationierte ABC-Abwehreinheit mit 385 Mann nur bei Anwendung von Massenvernichtungswaffen eingreifen darf.

Die Slowakei steht mit 69 Spezialisten zur Chemienwaffenabwehr bereit. Die Soldaten sind zurzeit in Kuweit.

Rumänien hat vier Sondereinheiten mit 278 Soldaten zugesagt. ABC-Experten, Militärpolizei sowie Pionier- und Feldlazaretteinheiten sollen die US-Truppen unterstützen.

Bulgarien hat das US-Ultimatum als "letztes friedliches Mittel" bezeichnet und will im Fall eines Krieges zwei Spezialeinheiten für ABC-Waffen mit bis zu 250 Mann stellen. An "direkten militärischen Handlungen" will sich Bulgarien aber nicht beteiligen, sagte Ljubomir Todorow, Sprecher des Außenministeriums. Bulgarien hat den USA bereits einen Luftwaffenstützpunkt am Schwarzen Meer zur Verfügung gestellt und seinen Luftraum für US-Militärtransportflugzeuge geöffnet.

Albanien will den USA die Nutzung ihres Territoriums, des Luftraums und der Hoheitsgewässer gestatten. Zusätzlich soll ein Militärkontingent mit einer Stärke von 30 bis 70 albanischen Soldaten entsandt werden.

Über die Stationierung von US-Truppen in der Türkei soll erneut entschieden werden
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AP

Über die Stationierung von US-Truppen in der Türkei soll erneut entschieden werden

Die Türkei möchte erneut über die Stationierung von 62.000 US-Soldaten und 300 Flugzeugen und Hubschraubern entscheiden. Das Parlament hatte der Stationierung der Truppen für eine Nordoffensive auf den Irak nicht zugestimmt. Gleichzeitig planen die Türken, im Fall eines Krieges mit eigenen Truppen in den kurdischen Gebieten im Irak aktiv zu werden. Deswegen wurden bereits 500 Militärfahrzeuge, Panzer und weiteres militärisches Gerät an die Grenze zum Irak verlegt.

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