London/Köln - Die USA hätten "eine eindeutige Garantie gewollt, dass der Irak keine Massenvernichtungswaffen besitzt", sagte Blix der Zeitung "The Guardian". "Ich konnte aber nicht garantieren, dass es Resultate gegeben hätte, auch wenn sie einige Monate gewartet hätten." Auch eine Verlängerung der Inspektionen hätte rückblickend keinen Sinn gehabt, sagte Blix: "Wenn wir gesagt hätten, wir könnten das Problem in drei Monaten lösen, hätten die USA behauptet, wir seien nicht glaubwürdig."
Die Waffeninspektionen hätten nur einen Erfolg gehabt: "Wir haben bewiesen, dass der Aufbau eines professionellen, effektiven und unabhängigen Inspektionsregimes möglich gewesen wäre."
Im ARD-Morgenmagazin sagte Blix, er halte es für unwahrscheinlich, dass die Staatsführung um Saddam Hussein während des Krieges Chemiewaffen einsetzen werde. "Ich kann auch nur Vermutungen anstellen", sagte Blix, "aber meine Meinung ist, dass er sie nicht einsetzen wird, selbst wenn er sie hat". Es gebe viele Zweifler an diesem Krieg in der Welt. Aber bei einem Einsatz von Chemiewaffen durch die irakische Führung würde die Sympathie umschlagen, und viele Menschen würden sagen, der Krieg sei doch gerechtfertigt.
Blix betonte, die Waffeninspektoren seien nach dem Krieg bereit, ihre Arbeit im Irak wieder aufzunehmen."Die Amerikaner und Briten könnten an einer unabhängigen Überprüfung interessiert sein", sagte er. "Aber natürlich würden wir unsere Aufträge vom Sicherheitsrat entgegennehmen. Wir selbst sind interessiert daran, ob der Kriegsgrund - die Annahme, dass dort Massenvernichtungswaffen seien - gerechtfertigt war oder nicht."
Blix erklärte, die Uno-Waffeninspektoren hätten nie behauptet, dass der Irak Massenvernichtungswaffen habe. "Wir haben die Möglichkeit nicht ausgeschlossen", sagte er. Er hoffe, dass man bald die Wahrheit darüber erfahre. Blix bekräftigte, aus seiner Sicht wären ein paar Monate mehr Zeit für die Kontrollen nützlich gewesen. "Ob wir dann die Wahrheit gefunden hätten, weiß ich nicht. Aber dreieinhalb Monate war ein wenig kurz". Er fügte hinzu: "Es hätte eine Chance gegeben, das Problem friedlich zu lösen."
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