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16.04.2003
 

Mossul

US-Soldaten erschießen mindestens zehn Demonstranten

Amerikanische Soldaten haben in Mossul offenbar ein Blutbad angerichtet. Mindestens zehn Zivilisten sind bei anti-amerikanischen Demonstrationen erschossen worden, teilten die US-Streitkräfte mit. Angeblich war aus den Reihen der Demonstranten auf die US-Soldaten geschossen worden.

US-Soldaten im Zentrum von Mossul
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AP

US-Soldaten im Zentrum von Mossul

Katar - In Mossul kam es am zweiten Tag in Folge zu tödlichen Zusammenstößen zwischen US-Soldaten und Einwohnern. Mindestens drei Zivilisten wurden dabei heute getötet. Das US-Militär bestätigte derweil, dass US-Soldaten gestern bei Protestaktionen in der nordirakischen Stadt mindestens sieben Zivilisten erschossen haben.

Brigadegeneral Vincent Brooks sagte in Katar, eine Protestaktion in der Stadtmitte von Mossul gegen die US-Präsenz im Irak habe eine tödliche Wende genommen, nachdem schießwütige Demonstranten angefangen hätten, in die Luft zu feuern. Nachdem US-Soldaten daraufhin Warnschüsse über die Köpfe der Demonstranten abgegeben hätten, seien sie beschossen worden. "Es waren gezielte Schüsse, und es gab dann gezielte Schüsse zurück gegen bestimmte Demonstranten ...", sagte Brooks. Mindestens sieben Menschen seien getötet worden. Es habe auch mehrere Verletzte gegeben. Nach Angaben von Ärzten soll es 20 Tote gegeben haben.

Unterdessen durchsuchten US-Spezialeinheiten in Bagdad das Haus einer Mikrobiologin, die ein geheimes Biowaffenlabor zur Herstellung von waffenfähigem Anthrax geleitet haben soll. Soldaten trugen Unterlagen aus dem Haus der "Dr. Bakterie" genannten Wissenschaftlerin Rihab Taha, von der offenbar jede Spur fehlt. Drei Männer wurden abgeführt.

Mikrobiologin Rihab Rashida Taha, genannt "Dr. Bakterie"
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AP/ NBC

Mikrobiologin Rihab Rashida Taha, genannt "Dr. Bakterie"

Der amerikanische Generalstabschef General Richard Myers sagte dem US-Sender CNN, er sei noch immer besorgt, dass chemische oder biologische Waffen aus dem Irak in die Hände von Terroristen fallen könnten. Es gebe noch viel Arbeit, Massenvernichtungswaffen zu finden und zu sichern. Viel Arbeit hat offenbar auch noch das US-Militär auf dem Schlachtfeld. Auch nach der Zerschlagung der irakischen Armee bleibe für die verbündeten Truppen noch viel zu tun, sagte der Kommandeur der US-Marine-Infanterie im Irak, Generalleutnant Earl Hailston, in Tikrit. Im Westen des Irak habe sich am Dienstag die 12. Irakische Brigade ergeben, teilte das US-Oberkommando Mitte mit. Die US-Streitkräfte hätten 40 Panzer und fast tausend Waffen erbeutet. Ungeachtet gemeinsamer Patrouillen von US-Soldaten und irakischen Polizisten hielten die Plünderungen in Bagdad an. Auf dem Messegelände stürmten Hunderte Menschen mehrere Lagerhäuser und schleppten Säcke mit Zucker, Tee und Mehl in öffentliche Busse.

Die US-Truppen im Irak haben nach Angaben von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld eine Öl-Pipeline zwischen dem Irak und Syrien stillgelegt, durch die täglich bis zu 200.000 Barrel Öl geflossen sei.

Der Weltsicherheitsrat in New York lud Chefinspektor Hans Blix zu einer Sitzung am 22. April ein. Die Mehrheit der Ratsmitglieder will eine neuerliche Entsendung von Uno-Waffeninspektoren, Washington hat dagegen eigene Spezialisten ins Land geschickt.

Der französische Präsident Jacques Chirac brachte in einem Telefonat mit seinem amerikanischen Kollegen George W. Bush seine Bereitschaft zu einer "pragmatischen Herangehensweise" an die Gestaltung der Nachkriegsordnung im Irak zum Ausdruck. Spanien, Dänemark und die Niederlande forderten die Stationierung einer internationalen Friedenstruppe im Irak. "Wir können nicht auf eine Uno-Resolution warten", sagte der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen am Rande des EU-Erweiterungsgipfels in Athen.

Eine argentinische Kamerafrau erlag nach einem Autounfall im Westirak ihren Verletzungen. Die 28-jährige Veronica Cabrera ist die erste getötete Journalistin des Golfkriegs.

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