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18.04.2003
 

Demos

Zehntausende Iraker fordern den Abzug der USA

"Verlasst unser Land. Wir wollen Frieden." Mit Plakaten wie diesem haben zehntausende Irakis in Bagdad gegen die Präsenz der US-Truppen protestiert.

Irakische Demonstranten in Bagdad: Weder USA noch Saddam
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AP

Irakische Demonstranten in Bagdad: Weder USA noch Saddam

Bagdad - Nach den ersten Freitagsgebeten seit dem Fall Bagdads skandierten die Gläubigen auf den Straßen der Hauptstadt anti-amerikanische Slogans. "Nein zu Amerika, Nein zu einem säkularen Staat. Ja zu einem islamischen Staat", war auf Transparenten zu lesen. Auf anderen Plakaten stand: "Verlasst unser Land. Wir wollen Frieden". Prediger Ahmed al Kubaisi warf den USA vor, den Krieg zur Unterstützung von Israels Ministerpräsident Ariel Scharon geführt zu haben. Gleichzeitig erhob er Vorwürfe gegen die abgesetzte Führung. Die Iraker seien von Saddam betrogen und dann von ihm im Stich gelassen worden. Die Organisatoren der Proteste erklärten, sie verträten mit den Sunniten und den Schiiten beide religiöse Gruppen.

Auch der wichtigste irakische Oppositionspolitiker, Ahmed Tschalabi, forderte ein rasche Machtübergabe der Amerikaner. Es sei "eher eine Sache von Wochen und nicht von Monaten", bis eine irakische Übergangsregierung die meisten Regierungsfunktionen übernehmen könnte, sagte er. Zuvor hatte Tschalabi nach 40 Jahren im Exil im Bagdader Nobelviertel Mansur die ersten Büros des Irakischen Nationalkongresses (INC) eröffnet. Der Politiker gilt als möglicher Chef einer Übergangsregierung. Der 58-Jährige hat sein Geburtsland schon 1958 verlassen. Danach studierte er in Chicago Mathematik und lebte in London als Banker. Er hat in Jordanien eine Bank in die Pleite geführt, und ein Gericht hat ihn deshalb wegen Betrug und Veruntreuung von Anlagefonds in Abwesenheit zu 22 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

Unterstützung erhielten die Irakis vom jordanischen König Abdullah II.. Er forderte die USA auf, dem irakischen Volk die Möglichkeit zu geben, seine Regierung selber zu bestimmen. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Petra berichtete, sind nach Ansicht des Königs die Koalitionsstreitkräfte für den Wiederaufbau und die Gewährleistung der öffentlichen Ordnung in Irak verantwortlich.

Die USA ließen unterdessen die ersten 900 irakischen Kriegsgefangenen wieder frei, teilte das Pentagon mit. Die Männer hätten nicht gekämpft, hieß es. Möglicherweise seien einige von ihnen gar keine Soldaten gewesen.

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