ThemaIrakRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
27.04.2003
 

Beweissuche im Irak

Jäger der gefährlichen Schätze

Während die USA nach Massenvernichtungswaffen im Irak suchen, finden Journalisten rein zufällig belastende Papiere der Geheimdienste. Demnach soll Bagdad Kontakt zu Al-Qaida gesucht haben und Frankreich nach den Anschlägen vom 11. September Saddam über Gespräche mit den USA informiert haben.

Das Papier ist echt: US-Soldaten fanden in Verstecken viel Bargeld
Zur Großansicht
AP/ San Francisco Chronicle

Das Papier ist echt: US-Soldaten fanden in Verstecken viel Bargeld

Berlin - Die Quellen sind unklar und es nicht zu überprüfen, ob die Informationen stimmen. Aber am Sonntag häuften sich die Meldungen von Zeitungen, die belastende Papiere im Irak gefunden haben wollen. Der irakische Geheimdienst soll Medienberichten zufolge vor einigen Jahren Kontakt zur Organisation al-Qaida von Osama bin Laden gesucht haben. Die Unterlagen, aus denen dies hervorgehe, seien von Reportern in Räumen des irakischen Geheimdienstes in Bagdad gefunden worden, berichteten am Sonntag die Zeitungen "Toronto Star" und "Sunday Telegraph". Wie es hieß, lud der Geheimdienst 1998 einen Vertrauten Bin Ladens nach Bagdad ein. Das Treffen sei so erfolgreich gewesen, dass es um eine Woche verlängert wurde.

Ziel der irakischen Bemühungen sei es gewesen, ein Treffen mit Bin Laden selbst zu arrangieren. Gemeinsam sei dem Irak und Bin Laden der Hass auf die USA und Saudi-Arabien, hieß es weiter.

Die britische Zeitung "Sunday Times" berichtete unterdessen über den Fund von Dokumenten im irakischen Außenministerium, aus denen hervorgehen soll, dass Frankreich die irakische Regierung über Beratungen mit den USA informierte. So soll der französische Botschafter in Bagdad am 25. September 2001, also zwei Wochen nach den Anschlägen vom 11. September, Außenminister Nadschi Sabri Einzelheiten eines Gesprächs des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac mit US-Präsident George W. Bush genannt haben.

Die USA wollen unterdessen in den nächsten Wochen laut einem Bericht der "New York Times" die Suche nach den im Irak vermuteten Massenvernichtungswaffen deutlich ausweiten.

Unter Berufung auf Militärkreise berichtete die Zeitung in ihrer Sonntagausgabe, die Teams, die nach den Waffen suchten und irakische Wissenschaftler ausfindig machen sollen, würden verdreifacht. Derzeit seien etwa 500 Personen mit dieser Aufgabe befasst, wobei tatsächlich nur etwa 150 mit der Suche beschäftigt seien und der Rest Logistik-Aufgaben wahrnehme. Jetzt würden 1000 weitere Soldaten und Wissenschaftler eingesetzt, hieß es in dem Bericht weiter.

Die Zeitung zitiert zudem Regierungskreise, die weiter zuversichtlich sind, dass Beweise für illegale irakische Waffenprogramme gefunden werden. Es gebe allerdings auch Stimmen, die kaum noch Hoffnung auf tatsächlich Funde verbotener Waffen hätten, hieß es weiter.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland
alles zum Thema Irak

© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP