Berlin - Die Quellen sind unklar und es nicht zu überprüfen, ob die Informationen stimmen. Aber am Sonntag häuften sich die Meldungen von Zeitungen, die belastende Papiere im Irak gefunden haben wollen. Der irakische Geheimdienst soll Medienberichten zufolge vor einigen Jahren Kontakt zur Organisation al-Qaida von Osama bin Laden gesucht haben. Die Unterlagen, aus denen dies hervorgehe, seien von Reportern in Räumen des irakischen Geheimdienstes in Bagdad gefunden worden, berichteten am Sonntag die Zeitungen "Toronto Star" und "Sunday Telegraph". Wie es hieß, lud der Geheimdienst 1998 einen Vertrauten Bin Ladens nach Bagdad ein. Das Treffen sei so erfolgreich gewesen, dass es um eine Woche verlängert wurde.
Ziel der irakischen Bemühungen sei es gewesen, ein Treffen mit Bin Laden selbst zu arrangieren. Gemeinsam sei dem Irak und Bin Laden der Hass auf die USA und Saudi-Arabien, hieß es weiter.
Die britische Zeitung "Sunday Times" berichtete unterdessen über den Fund von Dokumenten im irakischen Außenministerium, aus denen hervorgehen soll, dass Frankreich die irakische Regierung über Beratungen mit den USA informierte. So soll der französische Botschafter in Bagdad am 25. September 2001, also zwei Wochen nach den Anschlägen vom 11. September, Außenminister Nadschi Sabri Einzelheiten eines Gesprächs des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac mit US-Präsident George W. Bush genannt haben.
Die USA wollen unterdessen in den nächsten Wochen laut einem Bericht der "New York Times" die Suche nach den im Irak vermuteten Massenvernichtungswaffen deutlich ausweiten.
Unter Berufung auf Militärkreise berichtete die Zeitung in ihrer Sonntagausgabe, die Teams, die nach den Waffen suchten und irakische Wissenschaftler ausfindig machen sollen, würden verdreifacht. Derzeit seien etwa 500 Personen mit dieser Aufgabe befasst, wobei tatsächlich nur etwa 150 mit der Suche beschäftigt seien und der Rest Logistik-Aufgaben wahrnehme. Jetzt würden 1000 weitere Soldaten und Wissenschaftler eingesetzt, hieß es in dem Bericht weiter.
Die Zeitung zitiert zudem Regierungskreise, die weiter zuversichtlich sind, dass Beweise für illegale irakische Waffenprogramme gefunden werden. Es gebe allerdings auch Stimmen, die kaum noch Hoffnung auf tatsächlich Funde verbotener Waffen hätten, hieß es weiter.
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