Bagdad - Bei der Umfrage unter 1100 Menschen aller Volksgruppen und Glaubensrichtungen in Bagdad wurden zugleich erhebliche Zweifel an der Rolle der neuen Parteien im Land deutlich. Die vom 8. bis zum 10. Juni von irakischen Wissenschaftlern Befragten wollten zwar die US-Besatzung bis zur Bildung einer eigenen Regierung dulden, stellten aber den Besatzungstruppen mit großer Mehrheit schlechte Noten aus, wenn es um die Sicherheit im Land, den Wiederaufbau, die Wirtschaft und die Führung des Gesundheitssystems geht. Nur bei den öffentlichen Diensten - wie Versorgung mit Strom und Wasser - gaben 50 Prozent der Befragten eine mittlere Bewertung ab.
Nur sechs Prozent der Menschen glaubten aber, dass die Besatzer zum Wohle Iraks im Land sind. 59 Prozent äußerten sich überzeugt, dass es den Truppen um Interessen ihrer Länder gehe, während 36 Prozent gemeinsame Ziele sehen. Trotzdem wollen 51 Prozent, dass die ausländischen Soldaten bis zur Bildung einer ständigen Regierung bleiben. 25 Prozent sagten, nur bis zur Bildung einer Übergangsregierung. Nach der Umfrage wollen lediglich 17 Prozent einen sofortigen Abzug.
Mit Blick auf eine künftige irakische Regierung sagten 63 Prozent, diese müsse aus irakischen Technokraten gebildet werden. Nur 5,5 Prozent wollen eine Regierung aus Vertretern der neuen Parteien sehen. Für eine gemischte Führung aus Irakern und Vertreter des Auslands sind 23 Prozent. Zugleich sagten 85 Prozent der Befragten, die neuen Parteien könnten das politische Vakuum im Land nicht ausfüllen. Mehrheiten gibt es gegen die von der Besatzungsmacht beschlossene Auflösung der irakischen Armee, aber für die Auflösung der Sicherheitsdienste, wie Geheimdienste und Sonderpolizei.
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