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19.08.2003
 

Blutbad in Jerusalem

Von der Klagemauer in den Tod

Die meisten Insassen der Linie 2 waren auf dem Weg von der Klagemauer zu ihren Wohnungen in Westjerusalem, fromme Juden und viele Kinder. Dann ging die Bombe eines Selbstmordattentäters hoch. 20 Menschen kamen um, rund 100 wurden verletzt. Der Versuch, Frieden im Nahen Osten zu schaffen, liegt erneut auf Eis.

Selbstmordanschlag in Jerusalem
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AP

Selbstmordanschlag in Jerusalem

Jerusalem - Es handelt sich um den hundertsten Selbstmordanschlag gegen Israelis seit im September 2000 die jüngste blutige Phase des Nahostkonflikts begann. Das hundertste war zugleich eines der schwersten Attentate dieser Zeit. Zu der Tat bekannte sich telefonisch der militante Arm des Islamischen Dschihad. Später bezichtigte sich jedoch auch die Hamas des Anschlags.

Der vollbesetzte Bus war von der Klagemauer in der Altstadt Jerusalems in den Westteil der Stadt unterwegs gewesen. Die Explosion ereignete sich in einem überwiegend von orthodoxen Juden bewohnten Stadtteil im Westen der Stadt. "Der Selbstmordattentäter hat sich in der Mitte des Busses in die Luft gesprengt", sagte Jerusalems Polizeichef Mickey Levy.

Hektik unter Rettern: Mehr als 100 Verletzte sind zu versorgen
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REUTERS

Hektik unter Rettern: Mehr als 100 Verletzte sind zu versorgen

Unmittelbar nach der Explosion rasten Rettungswagen zum Ort des Geschehens. Viele der Schwerverletzten wurden zunächst am Ort der Explosion versorgt. Blutverschmierte Menschen wurden von Sanitätern abtransportiert, mehrere Leichen lagen auf dem Bürgersteig. Bei den meisten Fahrgästen handelte es sich offenbar um orthodoxe Juden, die vom Gebet an dem jüdischen Heiligtum auf dem Heimweg waren.

Die Explosion ereignete sich kurz nach 21 Uhr Ortszeit (20 MESZ) auf einer Hauptstraße. Ein zweiter Bus in der Nähe des ersten war ebenfalls betroffen. Nach Angaben der Behörden starben sechs Kinder bei dem Attentat, unter den Verletzten seien etwa 40 Kinder.

"Todesstoß für den Friedensprozess"

Die Untergrundorganisation Islamischer Dschihad hatte gedroht, die Tötung eines ranghohen Führungsmitglieds durch israelische Truppen in der vergangenen Woche zu rächen.

Ein Anschlag - zwei Bekennergruppen
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AFP

Ein Anschlag - zwei Bekennergruppen

Aus israelischen Regierungskreisen verlautete kurz nach dem Anschlag, dass die Sicherheitsgespräche mit den Palästinensern und der geplante Truppenabzug aus dem Westjordanland vorerst ausgesetzt würden. Der Sprecher des israelischen Außenministeriums sagte, man werde zunächst die Lage neu beurteilen müssen. Die palästinensische Autonomiebehörde kündigte an, ihren Dialog mit militanten islamischen Gruppen abzubrechen.

Der israelische Botschafter bei der Uno nannte den Anschlag "möglicherweise den Todesstoß für den Friedensprozess". In den für Dienstag geplanten Sicherheitsgesprächen hätte die für Mittwoch geplante Übergabe der beiden Städte Kalikilja und Jericho an die Palästinenser abschließend beraten werden sollen.

Der von den USA unterstützte Friedensplan verlangt von Israel den Abzug aus Städten im Westjordanland und von der Palästinenser-Führung ein entschlossenes Vorgehen gegen gewaltbereite Palästinenser-Gruppen. Der palästinensische Premierminister Mahmud Abbas verurteilte das Attentat.

Attacke auf den Versuch Frieden zu schaffen
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REUTERS

Attacke auf den Versuch Frieden zu schaffen

In einer schnellen Stellungnahme verurteilten auch die USA den Anschlag scharf. Kurz vor dem Attentat hatte US-Präsident George W. Bush den Waffenstillstand militanter Palästinenserorganisationen noch als Beitrag für eine positive Entwicklung im Friedensprozess bezeichnet.

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