Jerusalem - Nach einem Treffen der früheren Leiter des Inlandsgeheimdienstes Schin Bet sagte Ex-Spionagechef Avraham Schalom der Tageszeitung "Jediot Achronot" vom Freitag: "Wir sind auf dem Weg (in den Abgrund), da alle Schritte, die wir bisher unternommen haben, Schritte sind, die sich gegen den Frieden richten." Die vier Männer führten den Geheimdienst seit 1980 zusammen 20 Jahre lang.
Ex-Schin-Bet-Chef Carmi Gillon warnte, die amtierende rechtsgerichtete Regierung Ariel Scharon mache einen Fehler, weil sie "die Bekämpfung des (palästinensischen) Terrors zur Vorbedingung für politische Schritte" mache. Sein Kollege Ami Ajalon, Mitverfasser des zwischen unabhängigen Israelis und Palästinensern ausgehandelten so genannten Genfer Abkommens über eine umfassende Lösung des Konflikts, meinte, in Israel müsse sich eine "Bewegung von Außen" bilden, um die Regierungen zum Handeln zu zwingen.
Nach übereinstimmender Meinung der Experten wäre Israel in der Lage, bis zu 90 Prozent aller jüdischen Siedler in den besetzten Gebieten ohne Gewalt nach Israel zurückzubringen. "Es gibt etwa zehn bis 12 Prozent radikale, ideologisierte Siedler, mit denen es Zusammenstöße geben wird. Und ich glaube, Ariel Scharon ist der Einzige, der dies tun kann", meinte Jaakov Peri. Alle vier Geheimdienstchefs bezeichneten es als schweren Fehler der Regierung Scharon, Palästinenserpräsident Jassir Arafat als "irrelevant" zu bezeichnen und zu isolieren.
Unterdessen berichtet die Zeitung "Haaretz" Scharon verzögere ein innerhalb der nächsten zehn Tage geplantes Treffen mit dem neuen palästinensischen Regierungschef Ahmed Kurei. Scharon sei enttäuscht, dass der von Israel geächtete Palästinenserpräsident Jassir Arafat in der neuen Regierung in Ramallah weiterhin Kontrolle über die palästinensischen Sicherheitsdienste habe. Die Scharon- Regierung sei aber dennoch grundsätzlich zu einem Treffen bereit.
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