Mailand - Vertreter aus 180 Nationen arbeiten seit Montag in Mailand an der Spezifizierung des Protokolls, das bis zum Jahr 2012 eine vorsieht. Die Abteilungsleiterin im US-Außenministerium Paula Dobriansky schrieb in der "Finanical Times", das Protokoll sei eine unrealistische und immer enger werdende Zwangsjacke. Der einzig akzeptable und kosteneffiziente Weg zur Emissionssenkung sei die von den USA praktizierte Politik der Förderung neuer Energie-Technologien. Die USA haben eine Ratifizierung des Protokolls abgelehnt und damit dessen Umsetzung gefährdet.
Umweltschützer warfen den USA unterdessen vor, die am Montag begonnenen Gespräche bewusst stören zu wollen. Die Klima-Chefin der Umweltschutzgruppe WWF, Jennifer Morgan, sagte, die etwa 60 nach Italien gereisten US-Delegierten wollen den Vertrag untergraben, obwohl US-Präsident George W. Bush zugesagt habe, andere Staaten nicht zu behindern. Die Teilnehmer verhandeln bis zum 12. Dezember über Einzelheiten des Protokolls, das bis heute von etwa 120 Nationen unterzeichnet worden ist.
Kyoto zufolge soll bis spätestens 2012 der Ausstoß von Treibhausgasen auf unter 95 Prozent des Emissionsniveaus von 1990 gesenkt werden. Treibhausgase wie Kohlenstoffdioxid gelten als Verursacher einer weltweiten Klimaerwärmung und damit als Auslöser für Dürren, Stürme und Flutkatastrophen. Damit das Abkommen in Kraft treten kann, muss es von Ländern ratifiziert werden, die für mindestens 55 Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich sind.
Der größte Verursacher von Treibhausgasen, die USA, haben sich jedoch mit der Begründung aus dem Abkommen zurückgezogen, es schädige die eigenen Wirtschaft. Die USA sind allein für 36 Prozent des weltweit ausgestoßenen Kohlendioxids verantwortlich. Da sich auch Russland, das für weitere 17 Prozent der weltweiten Emissionsmenge verantwortlich ist, sich die Unterzeichnung bislang offen hält, droht das Kyoto-Protokoll zu scheitern.
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