Wien - Der Landeshauptmann von Kärnten nannte die Gefangennahme Saddams eine "Schmierenkomödie der Amerikaner" und ein "ziemliches Betrugsmanöver". In einem Fernsehinterview bezweifelte der sich mitten im Wahlkampf für die im März stattfindende Landtagswahl befindliche frühere FPÖ-Vorsitzende, dass die US-Truppen den echten Saddam gefasst haben: "Es kann sich genauso um einen seiner vielen Doppelgänger handeln."
Damit hat Haider Erfahrung. Bei einem Besuch im Februar 2002 in Bagdad wurde Haider, der bei zwei Besuchen beim damals bereits international isolierten irakischen Staatschef "die Grüße des österreichischen Volkes" überbringen wollte, dem österreichischen Magazin "Format" zufolge von einem Doppelgänger Saddams empfangen. Laut "Format" ließ eine eingehende Analyse der Fotos des Treffens in Bagdad den Schluss zu, Haider habe einem von Saddam Husseins Doppelgängern die Hand geschüttelt.
Das Magazin berief sich auf den deutschen Rechtsmediziner Dieter Buhmann, der die Fotos von Haiders Besuch mit denen einer Rede Saddam Husseins vor der Arabischen Liga 1990 verglichen hatte. Die Person, die mit Haider abgebildet sei, sei nicht identisch mit der Person, die die Rede gehalten habe, sagte Buhmann.
Über die Festnahme Saddams sagte Haider ferner, die USA hätten die Aktion jetzt gebraucht, um Präsident George W. Bush aus einem Dilemma herauszuführen. Man solle nicht übersehen, "dass hier ein Land überfallen wurde von einem anderen Land, das gegen den Willen der Uno Krieg geführt hat, einen Angriffskrieg". Dabei sei es in erster Linie um die irakischen Ölquellen gegangen. "Im Vergleich mit anderen Diktatoren im Lebensraum bis China, Israel muss ich schon sagen, es fällt mir sehr schwer, hier graduelle Unterschiede zu erkennen."
Darauf angesprochen, dass der Eindruck entstehe, Saddam sei ihm lieber als Bush, meinte Haider: "Da fällt mir die Wahl wirklich schwer. Beide haben mit dem Völkerrecht auf Kriegsfuß gelebt, Menschenrechtsverletzungen begangen. Der eine hat das Glück, eine Weltmacht zu befehligen, daher die Macht, die Gesetze zu schreiben, während der andere ein schwacher Diktator gewesen ist."
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