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17.01.2004
 

Kunduz

Bundeswehr befürchtet Anschläge afghanischer Drogenbarone

Die Gefahr für die deutschen Soldaten in Afghanistan steigt: Britische Verbände haben in der Region Kunduz damit begonnen, Mohnfelder abzubrennen um den Drogenhandel zu bekämpfen. Die Bundesregierung will die Truppe vor Ort nun deutlich verstärken.

Bundeswehrsoldaten in der afghanischen Provinzhauptstadt Kunduz
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DDP

Bundeswehrsoldaten in der afghanischen Provinzhauptstadt Kunduz

Hamburg - Verteidigungsminister Peter Struck informierte das Kabinett darüber, dass statt bisher 171 alsbald 320 Mann in dem regionalen Aufbauteam PRT eingesetzt werden sollen. Die Verstärkung ist nötig, weil auch in den Hauptstädten der anderen zum deutschen Sektor gehörenden Provinzen "Außenstellen" (Struck) geplant sind. Die im Diplomatenjargon so genannten "Satelliten" sollen als Anlaufpunkte für Militärs und Entwicklungshelfer dienen.

Zusätzliche Gefahr droht den Deutschen nach Informationen des SPIEGELs, weil britische Kameraden in der Region mit dem Krieg gegen Drogenanbau beginnen und Mohnfelder abflämmen. Struck betonte, die Bundeswehr sei nicht beteiligt, weil die Drogenbekämpfung ausdrücklich nicht zu ihrem Auftrag gehöre. Dennoch fürchtet das Kanzleramt, dass es zu Racheakten der Drogenbarone an Deutschen kommt: Es werde sich "nicht ausschließen lassen", heißt es in einem Vermerk, dass in der Bevölkerung "unbewusst ein Zusammenhang deutscher Isaf-Kräfte" mit der britischen Brandrodung "wahrgenommen" werde.

NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hat auch die Bündnispartner zu einem größeren Engagement in Afghanistan aufgefordert. "Wir müssen unsere Anstrengungen dort verdoppeln. Denn wer den Krieg gegen den Terrorismus gewinnen will, darf Afghanistan nicht verlieren", schrieb De Hoop Scheffer in einem Gastbeitrag für "Bild am Sonntag". Die Ausweitung der NATO-Präsenz über die Hauptstadt Kabul hinaus sei politisch wie militärisch der richtige Schritt. "Deutschland hat sich hier große Verdienste erworben", fügte der Generalsekretär hinzu.

Mittlerweile hat sich Berlin offiziell bereit erklärt, im März eine dritte Petersberg-Konferenz über die Zukunft Afghanistans auszurichten. Einzige Voraussetzung, erklärte Uno-Botschafter Gunter Pleuger im Weltsicherheitsrat, sei eine Bitte der Vereinten Nationen und der Regierung in Kabul.

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