Montag, 23. November 2009

Politik



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15.02.2004
 

Ex-Waffeninspekteur Blix

"Bush und Blair sind Verkäufer"

Der ehemalige Uno-Waffeninspekteur Hans Blix hat die Irak-Politik von US-Präsident Bush und Großbritanniens Premier Blair heftig kritisiert. Wie Verkäufer wären sie im Vorfeld des Krieges mit Information umgegangen.

Ex-Waffeninspekteur Hans Blix: Fehler bei den Kriegsgründen
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AP

Ex-Waffeninspekteur Hans Blix: Fehler bei den Kriegsgründen

"Als Wähler in einer Demokratie erwarten wir, dass Politiker bei der Frage, ob sie einen Krieg beginnen, kritisch und genau nachdenken", sagte Blix am Sonntag in Heidelberg. Bush und Blair seien in ihrer Informationspolitik vor dem Irak-Krieg in gewisser Hinsicht Verkäufer gewesen, betonte der einstige Uno-Chefinspekteur.

Als "skandalös" bezeichnete Blix, dass die US-Regierung einen falschen Geheimdienstbericht über angebliche Atomgeschäfte Iraks mit Niger verwendet hatte. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA in Wien habe nur einen Tag gebraucht, um festzustellen, dass der Vorwurf falsch war, sagte er.

Im Anschluss an seine Rede vor dem "Amerikanisch-Europäischen Freundschaftsklub" in Heidelberg bekräftigte der Ex-Uno-Diplomat, dass die Geheimdienste vor der Invasion Iraks Fehler gemacht hätten. Sein Team habe dort mehr als 700 Objekte durchsucht und dabei nichts gefunden. "Das hätte den militärischen Planern ein Hinweis sein können, dass das Land nicht gerade voller Waffen war", sagte Blix. Er schloss allerdings nicht aus, dass doch noch kleinere Waffendepots gefunden werden.

Blix sprach sich für eine Ausweitung der Uno-Waffeninspektionen aus. In Zukunft könnten Teams nach Nordkorea, Libyen und in andere Länder geschickt werden, schlug er vor.

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