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05.03.2004
 

High-Tech-Fahndung am Hindukusch

"Fangt Osama!"

Acht Monate vor der US-Präsidentenwahl ist die Jagd nach Osama Bin Laden massiv ausgeweitet worden. Durch den Einsatz von Hightech-Geräten soll die Bergregion zwischen Pakistan und Afghanistan nun lückenlos überwacht werden. Kürzlich soll der Terrorchef seinen Häschern jedoch im letzten Moment erneut entkommen sein.

Video mit Osama Bin Laden (2002): Abermals knapp entkommen
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AP

Video mit Osama Bin Laden (2002): Abermals knapp entkommen

Hamburg - Die Suche nach dem Chef der Terrororganisation al-Qaida soll mit den Spionagegeräten rund um die Uhr möglich sein, berichtet der US-Sender CNN. Pakistanische und US-Spezialeinheiten wollen in ihrer gemeinsamen Offensive dem Staatsfeind Nummer eins so nahe kommen wie seit Ende 2001 nicht mehr. Hohe US-Regierungsmitarbeiter seien davon überzeugt, dass Bin Laden bereits die Truppenbewegungen um ihn herum registriert habe, berichtet CNN.

Qaida-Kämpfer (2001): Schutzring um den Chef
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AFP

Qaida-Kämpfer (2001): Schutzring um den Chef

Laut "Asia Times", die sich auf Verbindungsleute in den afghanischen Stämmen beruft, soll Bin Laden allerdings deshalb schon vergangene Woche den Südosten Afghanistans verlassen haben und ins pakistanische Süd-Waziristan geflohen sein - eine Region in der das Klima hart und die Umgebung extrem trostlos ist. Demnach soll sich der Qaida-Chef unter dem Schutz der Bergvölker befinden, die mit Dutzenden von Qaida-Kämpfern und mehr als 1200 Taliban eine Art Schutzring um Bin Laden gebildet haben. "Fangt Osama - aber wo, und wann?", kommentiert die "Asia Times" die verstärkten Anstrengungen.

Die Online-Ausgabe des britischen Rundfunks BBC berichtet unterdessen von einem Fax eines pakistanischen Regierungsmitarbeiters, demzufolge Bin Laden vor drei Tagen nur knapp pakistanischen Häschern auf deren Gebiet entkommen konnte. Gerüchte, Bin Laden könnte sich wieder in den Bergen um Tora Bora nahe der afghanischen Stadt Jalalabad aufhalten, hält der BBC-Reporter Andrew North allerdings für unwahrscheinlich - nach seinen Recherchen vor Ort hält er diese Region mittlerweile für zu stark überwacht.

Elvis und Bin Laden

Radaranlage in US-Kriegsschiff: Hochtechnologie im Einsatz
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AP

Radaranlage in US-Kriegsschiff: Hochtechnologie im Einsatz

Unterstützt werde die Jagd der Eliteeinheiten von U-2-Spionageflugzeugen, die aus 21 Kilometer Höhe Bilder liefern können, berichtet CNN weiter. Zudem würden unbemannte "Predator"-Drohnen eingesetzt, die aus mehr als 7000 Meter Höhe Fahrzeuge und Personen sehr genau ausmachen können und zum Teil mit Raketen bestückt seien. Sensoren an den Bergpässen sollen darüber hinaus jede Bewegung von Fahrzeugen registrieren und umgehend über Satellit an die Spionagezentren der Amerikaner melden. Laut CNN hat die US-Armee in jüngster Zeit zu diesem Zweck die Übertragungsmelder in der Region verstärken lassen.

Offiziell gibt es für diese Aufrüstung bei der Jagd nach Bin Laden natürlich keine Bestätigung. Auch nicht für die Zahl von 70.000 pakistanischen Soldaten, noch für die 11.000 US-Soldaten, die in der Grenzregion aktiv sein sollen.

Doch das nährt vor allem die Gerüchteküche: Wie eine irakische Zeitung jüngst meldete, sei der Terroristenchef längst gefangen worden und es werde nur noch der richtige Termin für seine Zurschaustellung abgewartet - nämlich kurz vor der Präsidentschaftswahl in den USA. Anderslautende Gerüchte besagen, das die US-Regierung genau wisse, wo er steckt, und doch erst im Oktober - kurz vor dem Urnengang in den USA - zuschlagen will.

Bin-Laden-Video: "Ich kann nicht auf jede Sichtung von Elvis oder Bin Laden eingehen"
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Bin-Laden-Video: "Ich kann nicht auf jede Sichtung von Elvis oder Bin Laden eingehen"

All diese wilden Spekulationen und Verschwörungstheorien haben US-Militärs immer wieder zurückgewiesen. Müde von den ewigen Dementis belustigen sie den US-Armeesprecher für die Region, Leutnant Bryan Hilferty, mittlerweile: "Ich kann nicht auf jede Spekulationen über jede Sichtung von Elvis oder Bin Laden eingehen", sagte er heute der Nachrichtenagentur Reuters.

Auch General John Abizaid, Chef des US-Zentralkommandos, sagte kürzlich, er habe keine Veranlassung anzunehmen, dass Bin Laden noch in diesem Jahr gefangen genommen oder getötet werden könne, wie immer wieder kolportiert wird. Aber, sagt der General, "wir bereiten der Qaida bis Ende des Jahres eine sehr schmerzvolle Zeit."

Lars Langenau

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