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10.04.2004
 

Verschollen im Irak

GSG-9-Mitarbeiter möglicherweise tot

Im Irak werden zwei deutsche Sicherheitsbeamte vermisst. Es soll sich bei den Männern um GSG-9 Mitarbeiter handeln, die bereits seit Mittwoch verschwunden sind. Das Bundesinnenministerium schließt nicht aus, dass die beiden ermordet wurden.

Jordanisch-irakische Grenze: Der Konvoi soll auf dem Weg nach Bagdad überfallen worden sein
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AP

Jordanisch-irakische Grenze: Der Konvoi soll auf dem Weg nach Bagdad überfallen worden sein

Berlin - Das Auswärtige Amt bestätigte, dass zwei deutsche Sicherheitsleute der Bagdader Botschaft vermisst werden. Eine Sprecherin sagte heute Mittag in Berlin, die Männer seien bereits vor einigen Tagen verschwunden. Es gebe keine Anhaltspunkte für eine Entführung.

Ein Ministeriumssprecher sagte in Berlin: "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sie getötet wurden." Die beiden Männer seien beim routinemäßigen Austausch des Sicherheitspersonals der deutschen Botschaft in Bagdad verschwunden. Wie zuvor schon das Auswärtige Amt betonte auch der Sprecher des Innenministeriums, es gebe keine Hinweise auf eine Entführung.

Nach ARD-Informationen wurden die Männer in einem Fahrzeug-Konvoi auf dem Weg vom jordanischen Amman nach Bagdad überfallen. Der Überfall soll sich in der Nähe von Falludscha ereignet haben. Andere Fahrzeuge, die in dem Konvoi mitfuhren, sollen die Botschaft später erreicht haben.

Bei den Verschwundenen handele es sich einem irakischen Zeitungsbericht zufolge um zwei Männer im Alter von 38 und 25 Jahren, berichtet das ZDF.

Eine irakische Zeitung soll Fotos von den beiden Vermissten veröffentlicht haben, berichtet ein n-tv-Reporter aus Bagdad. Er selbst habe die Bilder aber noch nicht gesehen, sagte der Journalist. Nach Angaben des Blattes befinden sich die beiden Deutschen in der Gewalt einer irakischen Widerstandsgruppe.

Der n-tv-Reporter sagte, am Tag nach dem Überfall auf den Konvoi habe die deutsche Botschaft in Bagdad alle Deutschen aufgefordert, extrem vorsichtig zu sein und das Land zu verlassen.

Nach Schätzung der deutschen Botschaft halten sich noch an die 60 deutsche Staatsbürger im Irak auf, davon sind rund 40 Frauen, die mit Irakern verheiratet und in irakische Familien integriert sind. Dazu kommen noch einige Journalisten, Geschäftsleute, private Aufbauhelfer sowie die in Bagdad tätigen Diplomaten.

Die GSG-9-Beamten sind für Objekt- und Personenschutz in Hinblick auf Gebäude und Personal der deutschen Botschaft zuständig. Sie sind dabei natürlich bewaffnet und in Uniform. Die Sicherheitskräfte in der deutschen Vertretung werden regelmäßig ausgetauscht. Dieser Austausch läuft über die jordanische Hauptstadt Amman.

Das Gebäude der deutschen Botschaft im Zentrum von Stadt wurde nach dem Fall Bagdads vor einem Jahr geplündert. Die Botschaft war zu dem damals geschlossen. Nach der Rückkehr der Diplomaten zog sie in die Residenz eines der Diplomaten im westlichen Stadtteil Mansur um.

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