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15.04.2004
 

Nuklearwaffen

Uno fordert von USA Rechenschaft über Atommaterial aus dem Irak

Nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergiebehörde sind seit dem Angriff der USA auf den Irak größere Mengen an Nuklearmaterial außer Landes geschafft worden. Direktor Baradei verlangt nun von der US-Regierung die Aufklärung der Vorgänge.

New York - Mohammed al-Baradai, Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO), erklärte in einem nun bekannt gewordenen Brief an den Uno-Sicherheitsrat, dass es seit der Besetzung des Irak durch amerikanische Truppen vor gut einem Jahr zum Abtransport von Nuklearmaterial aus dem Irak gekommen sei. Größere Mengen solchen Materials sowie Bestandteile irakischer Raketen sind laut Baradei ins Ausland gebracht worden.

Nach Angaben von Uno-Diplomaten wurden irakische Rüstungsgüter auf einem Schrottplatz bei Rotterdam entdeckt. Dabei handele es sich um Materialien, die von der Uno-Waffenkontrollkommission für den Irak (Unmovic) bei deren Inspektionen bis zum Beginn der US-geführten Invasion registriert worden waren.

Die Niederlande hätten die IAEO eingeschaltet. "Bislang ist noch unklar, wie so etwas quasi unter den Augen der Besatzungsmächte aus dem Irak herausgelangen konnte", sagte ein Uno-Experte. Fachleute der Unmovic bereiteten sich darauf vor, die in Holland aufgefundenen Materialien genauer zu untersuchen.

"Es ist nicht klar, ob der Abtransport dieser Gegenstände das Ergebnis von Plünderungen nach dem jüngsten Krieg im Irak ist oder Teil systematischer Aktivitäten zur Sanierung einiger der betreffenden Örtlichkeiten", erklärte Baradei in seinem Schreiben. In jedem Fall habe der noch weitgehend unklare Vorgang bei der IAEO Sorgen über eine unkontrollierte Weiterverbreitung von nuklearem Material ausgelöst, das auch militärisch genutzt werden könnte.

Baradei stützte seine Angaben auf Satellitenaufnahmen, die von der IAEO bei kommerziellen Betreibern in Auftrag gegeben wurden. Danach wurden von Orten, die seinerzeit von der Uno überprüft worden waren, in großem Umfang Materialen abtransportiert, in einigen Fällen ganze Gebäude. Nach Angaben aus Unmovic-Kreisen ist es seit dem Beginn des Irak-Krieges für die Uno-Kontrolleure praktisch unmöglich gewesen, vor Ort zu prüfen, was mit den zuvor registrierten irakischen Waffendepots und Nuklearanlagen geschehen ist.

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