Mittwoch, 10. Februar 2010

Politik



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10.05.2004
 

Schröder beim D-Day

Veteranen empört über Kanzler-Kranz

Erstmals ist ein deutscher Kanzler zur Gedenkfeier des D-Day in die Normandie eingeladen worden. Doch Schröders Teilnahme sorgt bei britischen Veteranen für Unmut. Es sei ein Sakrileg, sollte er einen Kranz auf britische Gräber niederlegen.

D-Day 1944: Amerikanische Truppen landen in der Normandie
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AP

D-Day 1944: Amerikanische Truppen landen in der Normandie

Hamburg - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) fühlte sich vor Monaten geehrt als er von Frankreichs Präsident Jacques Chirac eine Einladung zum 60. Gedenktag der Invasion alliierter Truppen in der Normandie gegen Hitler-Deutschland erhielt. Ein Regierungssprecher in Berlin sagte, der Kanzler habe sich gefreut. Immerhin wurde ihm zuteil, was Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) zehn Jahre zuvor nicht angeboten worden war und für eine Verstimmung im deutsch-französischen Verhältnis gesorgt hatte.

Inzwischen machen wütende Veteranen ihrem Ärger Luft. Eddie Hannath, Generalsekretär der Vereinigung der Normandie-Veteranen, sagte gegenüber dem "Daily Telegraph", er würde es als ein Sakrileg ansehen, sollte Schröder einen Kranz an britischen Gräbern niederlegen.

Doch einen Monat vor den Feierlichkeiten ist noch gar nicht klar, wo genau der Kanzler ein Gebinde zur Ehrung der Toten niederlegen wird. Der "Daily Telegraph" zitiert aus einem offiziellen deutschen Dokument, wonach Schröder an einer Kranzniederlegung in Ranville, etwa acht Kilometer nördlich von Caen, teilnehmen soll.

In der Gegend um Ranville kam es 1944 zu heftigen Kämpfen zwischen deutschen Einheiten und der sechsten Luftlandedivision der Alliierten. Wie auf den meisten britischen Kriegsfriedhöfen in der Normandie gibt es in Ranville auch Gräber deutscher Soldaten.

Doch nach Angaben aus Berlin ist das Programm von Schröders Visite am 6. Juni noch unklar. Das Blatt zitiert einen deutschen Regierungssprecher: "Es steht noch nicht fest, ob Schröder britische Kriegsgräber besuchen wird. Wir können keine Kommentare über etwas abgeben, das bisher nicht geplant ist."

Laut einem britischen Beamten war der Besuch Schröders auf dem britischen Friedhof in Ranville sehr wohl geplant. Er sei jedoch aus Zeitgründen abgesagt worden. Schröder werde an der zentralen internationalen Gedenkveranstaltung in Arromanches teilnehmen und kurz darauf an der französisch-deutschen in Caen. Schröder wird in der Normandie voraussichtlich auch mit US-Präsident George W. Bush zusammentreffen.

Eddie Hannath, der dem Hampshire Regiment angehörte, zeigte Verständnis, sollte Schröder einen Kranz an den 361 deutschen Gräbern in Ranville niederlegen: "Wenn er dies tut, so lange wir nicht da sind, ist es in Ordnung." Hannath sagte der Zeitung, er verstehe, dass einige die alte Feindschaft beiseite schieben wollten, doch manche Erinnerungen ließen sich einfach nicht auslöschen.

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