Perth - Beim Prozessauftakt erhoben die Ankläger schwere Vorwürfe gegen den 50-jährigen Jack Roche. Er soll im Auftrag von al-Qaida einen Bombenanschlag auf die Botschaft Israels in Canberra vorbereitet haben. Die Staatsanwaltschaft erklärte, im Frühjahr 2000 habe sich Roche zehn Tage in einem Trainingscamp in Afghanistan aufgehalten. Dort habe er den Umgang mit Sprengstoffen geübt und hochrangige al-Qaida Mitglieder getroffen. Einmal soll Roche auch mit Osama Bin Laden zusammengekommen sein.
Bei den Treffen sei der Bombenanschlag auf die israelische Botschaft in Canberra geplant worden. Ein weiteres mögliches Ziel soll das israelische Konsulat in Sydney gewesen sein. Nach seinem Afghanistan-Aufenthalt sei Roche nach Australien zurückgekehrt. Dort habe er begonnen, die Botschaft in der australischen Hauptstadt Canberra auszuspionieren und Komplizen zu rekrutieren, erklärte der Staatsanwalt.
Der in Großbritannien geborene Angeklagte, der die australische Staatsbürgerschaft besitzt, war im November 2002 festgenommen worden. In seinem Haus fand man Notizen sowie Fotografien und Videoaufnahmen des Botschaftsgebäudes. Roche war nach den Bombenanschlägen im indonesischen Bali ins Visier der Ermittler geraten. Die australische Polizei fahndete nach den Anschlägen auf eine Diskothek im Oktober 2002 nach Sympathisanten der Gruppe Jemaah Islamiah. Die in Südasien ansässige Extremistengruppe mit Verbindungen zu al-Qaida wurde für die Anschläge verantwortlich gemacht.
Roche ist vor zehn Jahren zum Islam konvertiert. Nach seiner Festnahme hatte er in einem Interview mit dem australischen Radiosender ABC Radio gesagt, er sei ein Anhänger von Abu Bakar Baschir, dem geistigen Führer von Jemaah Islamiah. Roche verteidigte dabei sowohl Baschir als auch Osama Bin Laden.
Ein erster Zeuge sagte im Prozess aus, Roche habe ihm mehrfach gesagt, er werde im Auftrag Bin Ladens die Botschaft in die Luft sprengen. Ibrahim Fraser hatte Roche nach eigener Aussage in einer Moschee in Sydney kennen gelernt. Der ehemalige Minenarbeiter sagte vor Gericht auch, Roche habe ihn gefragt, ob er den Sprengstoff TNT besorgen könne. Der Prozess wird voraussichtlich vier Wochen dauern. Roche droht eine Höchststrafe von 25 Jahren Haft.
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