Anschlag aufs World Trade Center: Missverständnisse und Verwirrung
Washington - Bei der letzten öffentlichen Anhörung gab der Untersuchungsausschuss einen Bericht heraus, der den schlimmsten Tag Amerikas in der jüngeren Geschichte Punkt für Punkt nacherzählt. Der Bericht stellt fest: Seitens der Flugsicherung (Federal Aviation Administration, FAA) und des Militärs (North American Aerospace Defense Command, Norad) gab es schwere Versäumnisse. So habe man wertvolle Minuten vergeudet zwischen dem Zeitpunkt, als die Luftüberwachung die Entführung des ersten Flugzeugs bemerkt hatte, und dem Absturz von Flug 93 auf einem Feld im Staat Pennsylvania.
Als Vizepräsident Dick Cheney schließlich den Befehl zum Abschuss entführter Flugzeuge gab, erreichte dieser die Piloten der Abfangjäger erst, nachdem das letzte der vier entführten Flugzeuge bereits abgestürzt war, heißt es der Nachrichtenagentur AP zufolge in dem Bericht. Nach Angaben Cheneys hatte er die Erlaubnis für den Befehl telefonisch von US-Präsident George W. Bush erhalten.
Der Kommissionsbericht tadelt die Behörden schwer. Sie seien nach "unangemessenen Notfallplänen" vorgegangen. Man habe die Entführungen wie übliche Entführungen von Flugzeugen behandelt, anstatt als das, was sie waren: Selbstmordunternehmen. Sowohl die FAA als auch die Norad seien darauf nicht vorbereitet gewesen.
Attas Ansagen
Der Bericht enthält auch die Aufzeichnung von drei kurzen Gesprächsfetzen aus dem Cockpit des American-Airline-Fluges 11, der in Boston gestartet war und zuerst in einen Turm des World Trade Center raste. Zu hören ist eine Person, von der man annimmt, dass es sich um den Anführer der 19 Entführer, Mohammed Atta, handelt. Er sprach zu den Passagieren: "Wir haben einige Flugzeuge in unserer Hand. Bleiben Sie ruhig, und es wird Ihnen nichts passieren. Wir kehren zum Flughafen zurück."
Später wendet sich Atta erneut an die Passagiere und warnt sie: "Wenn Sie sich bewegen, gefährden Sie sich selbst und das Flugzeug."
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