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20.10.2004
 

US-Wahlkampf

Kerry kann in Swing States punkten

Noch liegt John Kerry in den Umfragen hinten, doch in zwei entscheidenden Staaten konnte der demokratische Präsidentschaftskandidat jetzt einen Vorsprung herausholen. Ungewöhnliche Wahlkampfhilfe erhielt indes Amtsinhaber Bush: Die Ayatollahs in Iran sprachen sich für ihn aus.

Optimistisch: John Kerry im Wahlkampf
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AP

Optimistisch: John Kerry im Wahlkampf

Washington - In den Meinungsumfragen liefern sich George Bush und John Kerry weiter ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen. In zwei der Staaten, in denen es beim Urnengang am 2. November besonders knapp zugehen dürfte und die wahlentscheidend sein dürften, konnte Kerry jetzt aber zulegen und in jüngsten Erhebungen einen leichten Vorsprung herausholen.

In Florida kommt Kerry derzeit auf 45 und Bush auf 44 Prozent, wie aus einer Umfrage der Universität von Nordflorida hervorgeht. Die Umfrage vom 10. bis 15. Oktober hat einen Unsicherheitsfaktor von vier Prozent. In einer ABC-Umfrage in Ohio führt Kerry mit 50 Prozent vor Bush mit 47 Prozent, der mögliche Fehlerquotient der Erhebung vom 14. bis 17. Oktober liegt bei 3,5 Prozent.

Kerry übte indessen scharfe Kritik an Bush wegen der mangelnden Versorgung der USA mit Grippeschutz-Impfstoff. "Wenn Sie nicht einmal Grippe-Impfstoff für die Amerikaner besorgen können, wiewollen Sie die Leute dann vor Bioterrorismus schützen", sagte Kerry gestern in einem Rundfunkinterview an die Adresse Bushs gewandt und warf der Regierung eine verfehlte Gesundheitspolitik vor.

Bush wies in einer Rede vor Senioren in Florida die Kritik zurück und betonte, seine Regierung tue alles, damit die älteren Amerikaner und die Kinder ihre Grippe-Impfungen bekämen. Der Engpass bei Grippeschutz-Impfstoff in den USA entstand wegen Produktionsschwierigkeiten beim britischen Hersteller Chiron Corp.. Die britischen Behörden hatten das Werk des Unternehmens in Liverpool wegen Verunreinigung geschlossen.

Helen Hunt wirbt für Kerry

Oscar-Preisträgerin Helen Hunt ("Besser geht's nicht) rührt derweil für den demokratischen Präsidentschaftsbewerber John Kerry kräftig die Werbetrommel. In einem Fernsehspot, der in acht besonders heiß umkämpften Staaten gezeigt wird, richtet sie ihren Appell vor allem an Frauen. "Im Jahr 2000 sind 22 Millionen allein stehende Frauen nicht zur Wahl gegangen. Dieses Jahr haben Sie und Frauen wie Sie die Macht, den Kurs dieses Landes zu ändern", sagte die Schauspielerin. Organisiert wird die Aktion von der Organisation Planned Parenthood (Geplante Elternschaft), die sich für das Recht auf Abtreibung einsetzt.

Bush erhält dagegen ausgerechnet von einem Teil der "Achse des Bösen" Unterstützung. Nach Worten von Hasan Rohani, dem Leiter des Nationalen Sicherheitsrats in Iran, gibt Teheran Bush den Vorzug vor dessen Herausforderer John Kerry. Historisch gesehen habe die Demokratische Partei Iran mehr geschadet als die Republikaner, sagte er. "Wir wünschen nicht, dass die Demokraten die Regierung übernehmen." Es war das erste Mal seit Jahrzehnten, dass sich eine iranische Regierung derart offen zum amerikanischen Wahlkampf geäußert hat.

"Wir sollten nicht vergessen, dass es die meisten Sanktionen und der größte wirtschaftliche Druck gegen Iran in der Amtszeit (des früheren US-Präsidenten Bill) Clinton gab", sagte Rohani. "Und wir sollten auch nicht vergessen, dass Bush - trotz seiner scharfen und unbegründeten Rhetorik gegen Iran - von der Praxis her gesehen keine gefährlichen Aktionen gegen Iran unternommen hat", fügte Rohani hinzu.

Bush hatte Iran zusammen mit dem Irak und Nordkorea in einer "Achse des Bösen" eingereiht und beschuldigt, Mitglieder des Terrornetzwerks al-Qaida Unterschlupf zu gewähren. Die Demokratische Partei pflegt in ihrer Außenpolitik dem Thema Achtung der Menschenrechte mehr Bedeutung zuzumessen als die Republikaner.

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