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22.12.2004
 

Mossul

Bombe im Speisezelt reißt viele US-Soldaten in den Tod

Es war der blutigste Anschlag auf die US-Truppen im Irak seit dem offiziellen Kriegsende: Bei einer Explosion auf einem Militärstützpunkt in Mossul sind 26 Menschen ums Leben gekommen, darunter 19 US-Soldaten. Das Attentat ereignete sich während der Mittagszeit in einem Speisezelt.

Zerstörtes Essenszelt: Blutigster Angriff seit Kriegsende
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AP

Zerstörtes Essenszelt: Blutigster Angriff seit Kriegsende

Mossul - Die Explosion in einem Speisezelt könne von einem Selbstmordattentäter ausgelöst worden sein, hieß es, nachdem die US-Armee anfangs von einem Raketen- oder Granatwerferangriff ausgegangen war. "Ein Selbstmordattentäter wird nicht ausgeschlossen", hieß es in Militärkreisen später.

Der Angriff auf den vorgeschobenen US-Operationsstützpunkt Mares am Flughafen Mossul erfolgte zur Mittagszeit, wo gewöhnlich viele US-Soldaten in dem Zelt ihre Mahlzeit einnehmen. Auf dem Stützpunkt hielten sich neben US-Soldaten auch Angehörige der irakischen Nationalgarde und Zivilbeschäftigte auf. Die Wucht der Explosion zerriss das Zelt. In den Blutlachen lägen noch die Tabletts, rundherum umgestürzte Tische und Stühle, berichtete ein Augenzeuge.

Unter den 26 Toten sind 19 US-Soldaten und drei Soldaten mit bislang ungeklärter Nationalität, teilte ein Militärsprecher am Abend in Bagdad mit. Rund 60 Personen seien verletzt worden.

Nach dem Anschlag: US-Soldaten helfen einem verletzten Kameraden
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AP

Nach dem Anschlag: US-Soldaten helfen einem verletzten Kameraden

Im Internet wurde eine Erklärung veröffentlicht, in der sich die irakische Rebellengruppe "Ansar al-Sunna" zu dem Angriff bekannte. Diese Gruppe sunnitischer Muslime gehört zum Kern der Widerstandsbewegung gegen die US-Truppen und die Vertreter der neuen irakischen Staatsmacht. Ihrer Darstellung nach wurde der Angriff von einem Selbstmordattentäter ausgeführt, in der Erklärung war von einer "Märtyrer-Operation" die Rede.

Der britische Ministerpräsident Tony Blair beschrieb die Gewalt im Irak bei einem Besuch in Bagdad als "Schlacht zwischen Demokratie und Terror". Er betonte die Bedeutung der für Januar geplanten Wahl und bezeichnete die Mitglieder der Wahlkommission als "Helden eines neuen Iraks". Sie riskierten ihr Leben, um sicherzustellen, dass die Bevölkerung "eine Chance bekommt, über ihr Schicksal zu entscheiden". US-Präsident George W. Bush erklärte in Washington, er sei "zuversichtlich, dass im Irak die Demokratie siegen wird".

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