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23.12.2004
 

Blutbad von Mossul

Attentäter kam als irakischer Soldat getarnt

Der Selbstmordattentäter von Mossul, der bei seinem Anschlag vorgestern 22 Menschen in den Tod riss, hatte sich US-Angaben zufolge als irakischer Soldat getarnt. Der Top-Terrorist al-Sarkawi bestritt eine Beteiligung an der Tat. In Falludscha flammen die Kämpfe erneut auf.

Bagdad - Kommandeur Carter Ham sagte gegenüber dem US-Nachrichtensender CNN, bei dem Attentat habe es sich um eine koordinierte Aktion gehandelt und nicht um die Tat eines Einzelnen. Die Ermittlungen dauerten aber noch an. Bei dem Anschlag auf ein Kantinenzelt der US-Armee waren am Dienstag 22 Menschen getötet worden, darunter 13 US-Soldaten.

Ham bezeichnete den Anschlag als einen "Erfolg des Feindes". Zur Niederschlagung der Rebellenaufstände im Irak sind nach Ansicht des Generals mehr irakische Sicherheitskräfte notwendig. Es seien viel zu wenig irakische Soldaten ausgebildet worden, kritisierte er. Außerdem seien der Leistungsstand und die Moral der Iraker sehr "gemischt" und vielfach "sehr enttäuschend".

Die Terrorgruppe um den Jordanier Abu Mussa al-Sarkawi hat eine Beteiligung an den Autobombenanschlägen in Nadschaf und Kerbela bestritten, bei denen am vergangenen Sonntag 67 Menschen getötet wurden. In einer im Internet verbreiteten Erklärung hieß es: "Wir, die Qaida im Irak, erklären, dass wird für die Explosionen und Operationen in Kerbela und Nadschaf nicht verantwortlich sind."

Zu den Anschlägen hat sich bisher niemand bekannt. Es wurden jedoch Dutzende Verdächtige festgenommen. Unter den Festgenommenen sei auch ein Bürger aus dem Gebiet der früheren Sowjetunion. Er habe bestätigt, von Osama Bin Ladens Terrororganisation al-Qaida ausgebildet worden zu sein, sagte ein Polizeisprecher. Auch fünf festgenommenen Iraker hätten Verbindungen zu Terrorgruppen.

In Falludscha flammen Kämpfe wieder auf

In der Rebellenhochburg Falludscha sind heute die Kämpfe zwischen US-Truppen und Aufständischen erneut aufgeflammt. Panzer der US-Armee beschossen Stellungen der Rebellen, Kampfjets warfen Bomben ab. Offiziere der US-Marineinfanterie meldeten Opfer auf beiden Seiten.

Die Kämpfe brachen aus, als die ersten 200 Einwohner in ihre zerstörte Stadt zurückkehrten. Wegen der Gefechte mussten viele Rückkehrer ihr Vorhaben verschieben. Die US-Streitkräfte hatten Falludscha im vorigen Monat erobert. Allerdings entkamen viele Aufständische unerkannt aus der belagerten Stadt.

Auch im Rest des Landes hielt die Gewalt an. Bei einem Bombenanschlag auf einen US-Konvoi wurden heute im Westen von Bagdad ein US-Soldat getötet und zwei weitere verletzt, wie die Streitkräfte mitteilten. Zuvor war ein weiterer Anschlag im Nordwesten der irakischen Hauptstadt fehlgeschlagen. Der Sprengsatz explodierte vorzeitig und tötete einen Aufständischen. Ein weiterer Angriff im Westen von Bagdad richtete sich gegen eine Polizeiwache. Dort schlug eine Rakete ein und tötete einen Polizisten, zwei weitere wurden verletzt.

Zwei weitere Raketen schlugen in Wohnhäusern in Bagdad ein, wobei zwei Zivilisten getötet und zwei weitere verletzt wurden. An den Gebäuden entstand schwerer Schaden. Die US-Streitkräfte und die irakische Polizei untersuchten außerdem einen Vorfall südlich von Bagdad, wo am Mittwoch ein Tanklastzug explodiert war. Dabei sollen vier Menschen getötet und rund 50 verletzt worden sein.

Saboteure verübten heute außerdem einen Anschlag auf die Pipeline, die von Beidschi im Norden des Landes nach Bagdad führt, wie das Ölministerium mitteilte. Das Ministerium zitierte Augenzeugen, die berichteten, dass die vier Attentäter durch das ausgebrochene Feuer schwer verletzt wurden.

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