Kiew - Juschtschenko hat sich bereits zum Sieger der Präsidentschaftsstichwahl erklärt. "Heute hat das ukrainische Volk gewonnen. Ich gratuliere Euch", sagte Juschtschenko vor Tausenden jubelnden Anhängern in Kiew. Nach Auszählung von 95 Prozent der Stimmen liegt er mit knapp 53 Prozent vor dem beurlaubten Ministerpräsidenten Wiktor Janukowitsch.
Das Land sei zwar seit 14 Jahren unabhängig, aber nicht frei gewesen, sagte der Oppositionsführer. "Das ist jetzt Vergangenheit. Heute beginnt ein neues Kapitel in der ukrainischen Politik." Dazu gehörten weder der scheidende Präsident Leonid Kutschma noch Ministerpräsident Janukowitsch.
Janukowitsch, der nach der umstrittenen ersten Stichwahl im November als Regierungschef beurlaubt worden war, deutete ein Eingeständnis seiner Niederlage an. "Wenn wir verlieren, wird es eine starke Opposition geben", sagte er in Kiew. Zugleich kündigte er an, die Ergebnisse möglicherweise anzufechten. "Wir werden die Rechte unserer Wähler mit allen Mitteln verteidigen."
12.000 ausländische Wahlbeobachter kontrollierten die Abstimmung, um Fälschungen wie bei der ersten Stichwahl am 21. November zu verhindern. Auch am Sonntag klagten zunächst Regierungslager und Oppositionsbewegung über einzelnen Manipulationsversuche. Die Beobachter bestätigten indes keine systematischen Fälschungen. "Das ist ein anderes Land", sagte Stefan Mironjuk aus Deutschland.
Einschüchterungen wie bei der ersten Wahl und der darauf folgenden ersten Stichwahl seien nicht festzustellen gewesen.
Erste offizielle Ergebnisse werden noch für heute erwartet. Die Wahlbeteiligung lag nach Schätzungen der staatlichen Wahlkommission bei etwa 75 Prozent.
Aleksandar Vasovic, AP
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