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19.01.2005
 

Umfrage

Weltweit wenig Sympathien für Bush

US-Präsident Bush hat weltweit ein schlechtes Image. Eine Umfrage in 21 Ländern zeigt, dass 60 Prozent der befragten Menschen, durch die Wiederwahl des Amtsinhabers negative Auswirkungen für den Frieden und die Sicherheit in der Welt befürchten. Auch die Amerikaner sind sich mittlerweile über ihr negatives Bild bewusst.

George W. Bush: Weltweit ein negatives Image
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AP

George W. Bush: Weltweit ein negatives Image

Hamburg - 58 Prozent der befragten Personen in 21 Ländern glauben laut einer neuen Umfrage der BBC, dass die zweite Amtszeit von George W. Bush die Welt gefährlicher gemacht hat. Laut der Erhebung sind nur die Bewohner Indiens, Polens und der Philippinen davon überzeugt, dass die Welt nun sicherer wird.

47 Prozent der fast 22.000 Befragten bewerten den Einfluss der USA auf die Welt als negativ; die Amerikaner als Volk kommen kaum besser weg. "Das ist ein düsteres Bild für die Vereinigten Staaten", kommentiert Steven Kull, Direktor des Meinungsforschungsinstitutes PIPA, das die Untersuchung im Auftrag der BBC durchgeführt hatte. Die negativen Einstellungen gegenüber dem US-Präsidenten seien ausgeprägt, sagt Kull. Und Bushs negatives Image übertragen die Befragten auf das amerikanische Volk - schließlich seien die US-Wähler dafür verantwortlich, dass Bush erneut an die Macht gekommen sei.

Besonders schlechte Werte bekommt Bush - und die Amerikaner im Allgemeinen - in Westeuropa, Lateinamerika und muslimischen Staaten. Zu den vehementesten Bush-Gegnern gehören auch die traditionellen amerikanischen Alliierten Deutschland, Frankreich sowie Großbritannien und Italien - aber mit Kanada und Mexiko auch die beiden Nachbarländer der Vereinigten Staaten.

Ganz oben auf der Liste derjenigen, die durch Bushs Wiederwahl einen negativen Einfluss auf den Frieden und die Sicherheit in der Welt befürchten, steht die Bevölkerung des muslimischen Nato-Staates Türkei: 82 Prozent der Türken bewerten in dieser Hinsicht Bushs Wiederwahl als negativ. Ähnlich große Ressentiments gegenüber den Amerikanern gibt es mittlerweile aber auch in Argentinien (79 Prozent) und in Brasilien (78 Prozent).

Überraschend ist jedoch die große Unterstützung für Bush in Indien: Dort glauben 62 Prozent, dass sich die Sicherheitslage der Welt durch seine Wiederwahl verbessern wird. Höchstwahrscheinlich, so vermutet die BBC, liegt das an wirtschaftlichen Vorteilen, die sich die Inder durch engere ökonomische Bindungen an die USA versprechen.

Die BBC-Umfrage wurde vom 15. November bis zum 5. Januar durchgeführt. In den 21 Ländern wurden jeweils zwischen 500 bis 1800 Personen befragt.

Zustimmung in den USA zum Irak-Krieg nimmt weiter ab

In den USA selbst ist unterdessen die Zustimmung zum Krieg im Irak auf einen neuen Tiefpunkt gesunken. Laut einer aktuellen Umfrage der "Los Angeles Times" ist die Zustimmung für den Einsatz der US-Armee am Golf mittlerweile niedriger als es sogar die Unterstützung für den Vietnam-Krieg zur Zeit der Tet-Offensive 1968 war. Damals drehte sich die öffentliche Meinung in Amerika zu diesem Krieg in Südostasien, der allerdings noch mehrere Jahre dauern sollte.

Heute glauben nur noch 39 Prozent der Amerikaner daran, dass es die Situation im Irak wert sei, den Krieg noch weiter fortzusetzen. Im Oktober lag die Zustimmung zu dieser Frage immerhin noch bei 44 Prozent.

Etwas mehr als die Hälfte der US-Bürger ist jedoch der Meinung, dass die Truppe nicht sofort nach den Wahlen im Irak Ende des Monats abgezogen werden sollte. Zwar favorisieren 47 Prozent der Befragten einen Abzug innerhalb eines Jahres, 49 Prozent wollen hingegen auch ein noch länger andauerndes Engagement im Irak unterstützen.

Die Umfrage der "L. A. Times" hat noch einen zweiten Aspekt, der an die BBC-Umfrage anknüpft: 67 Prozent der Amerikaner glauben mittlerweile, dass der Irak-Krieg dem Image der USA in der Welt geschadet habe. Nur eine Minderheit von zehn Prozent geht davon aus, dass der Waffengang am Golf den USA zu einem weltweit besseren Ansehen verholfen habe.

Die "L. A. Times"-Umfrage wurde vom vergangenen Samstag bis Montag unter 1033 Amerikanern durchgeführt.

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